Güma´s interaktive Motorradzeitschrift 2020

GiMZ

Zweites Vierteljahr 2020

April - Juni

Diese Motorradzeitschrift erscheint monatlich und soll für alle Bundesländer informieren. Mitarbeit erwünscht. Beiträge bitte per eMail zusenden, Bilder als .jpg in der Größe ca. 720 x 540 pixel = ca.1 MB, 25 x 28 cm (Bilder können auch von uns in der Größe geändert werden). Allen Texte müssen der Name und die Adresse des Autors beigefügt sein (an den Beitrag wird nur der Name oder das Kürzel des Autors angehängt). Beiträge werden redaktionell überprüft. Die Haftung für den jeweiligen Beitrag incl. der Bilder obliegt dem Autor.

(Sollte sich dieses Projekt in vernünftigem Rahmen aufbauen, kann ohne weiteres die Grundlage aus dem privaten Bereich herausgenommen und als eigenständig Internetseite  geführt werden!)

Zeitnahe Berichte - von Motorradfahrern

für Motorradfahrer

(Wir können natürlich nicht immer selbst bei allen  Veranstaltungen sein. Deswegen meine Bitte, schickt Text und drei bis sechs Fotos von Veranstaltungen, die ihr besucht habt. Das ist wichtig! Und ihr unterstüzt damit die GiMZ.)

Bitte Eure Berichte mit drei bis sechs Fotos über eMail:

G.Machalett@gmx.de

oder per Post  an:

Redaktion für Motorrad-Infos in Niedersachsen,

Postfach 43, 38316 Hornburg

zusenden

als Betreff bitte angeben: Beitrag für GiMZ (Veranstaltung)

Bilder können durch anklicken vergrößert werden!

Dann sind auch die Bildtitel zu lesen!

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Achtung! Wichtiger Hinweis:

Auf Grund der vielen und umfangreichen Beiträge mussten wir die Ausgabe der GiMZ in 4 Ausgaben  teilen.

Erste Ausgabe ist die GiMZ von Januar bis März, zweite Ausgabe April bis Juni, dritte Ausgabe von Juli bis September, vierte Ausgabe von Oktober  bis Dezember.

Zu den vorherigen Ausgaben der GiMZ bitte links in der Navigation anklicken!

13.06.2020

ZÜNDAPP ALS HINGUCKER

Nach dem Ausfall von drei Events infolge Corona fand am 13. Juni planmäßig das Allgemeine Motorradtreffen mit Teilemarkt in der Bücher- und Bunkerstadt in 15806 Wünsdorf statt. Wie gewohnt wurden zahllose Bikes in dreistelliger Höhe von AWO bis Zündapp gesichtet. Letztere galt als Hingucker: Die ab 1937 in geringer Stückzahl produzierte Einzylinder-Viertakter mit 350 Kubik entstand aus einem Zylinder eines Flugmotors. Recht zahlreich erschienen auch die einst in großer Zahl importierten JAWA 350, seinerzeit eine der beliebtesten Bikes bei der Jugend in der DDR.

Ältester Gast mit 87 Lenzen war Wolfgang Wiedeer aus Berlin, in den 1950er - 1960er Jahren Enduro- und Motocross-Fahrer sowie Trainer der Trial-Aktiven des MC Dynamo.  Zahlreiche Händler  - ca. 60 an der Zahl - boten gesuchtes Zeug vom kompletten Bike bis zum Trödel an. Vorbildlich auch die ambulante Küche und nach dem unendlichen Benzingerede traten die Besucher mit gesuchtem Zeug und wertvollen Tipps die Heimreise an. Getreu dem Vorsatz: Erfahrungsaustausch ist die billigste Investition.

Nächstes Event a.a.O. das JAWA/CZ/Pannonia-Treffen am 04.Juli

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1.06.2020

Stellungnahme der Bundestagsfraktionen zum Beschluss des Bundesrates zum Motorradlärm

 

Michael Lenzen

 

 

Damit sich jeder Motorradfahrer ein Bild davon machen kann, wie die Fraktionen im Bundestag zur Drucksache 125/20 „Entschließung des Bundesrates zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm" stehen, hat der Bundesverband der Motorradfahrer sie um eine Stellungnahme gebeten. Der Beschluss des Bundesrates, der unter anderem Streckensperrungen an Feiertagen und Wochenenden vorschlägt und eine Obergrenze von 80 db(A) in allen Fahrtzuständenm, ist nur eine Empfehlung an die Bundesregierung, sich damit zu befassen. Der Bundestag entscheidet, ob und was aus diesen Vorschlägen wird.

Aktuell fehlen von den angefragten Fraktionen noch die Stellungnahmen von SPD und Die Linke. Sie sind angekündigt, sobald die Statements vorliegen, werden sie hier veröffentlicht.

 

CDU/CSU-Fraktion

Die CDU/CSU-Fraktion hatte bereits vor der Abfrage des BVDM Postion bezogen. Der verkehrspolitische Sprecher Rainer Alois:

Kein Fahrverbot für Motorräder

„Zu laute Motorräder sind ohne Zweifel ein ernstes Problem für zahlreiche lärmgeplagte Menschen. Dieses Problem muss man entschieden angehen. Viele erfolgreiche Initiativen vor Ort zeigen, wie das geht. Und da, wo der Bund weiterhelfen kann, wird er das tun. Das umfasst aber keine generellen Verbote. Ein Fahrverbot für Motorräder an Sonn- und Feiertagen, so wie es die Länder im Bundesrat gefordert haben, wird es mit uns definitiv nicht geben. Ein solches Fahrverbot wäre ein gravierender Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte der Menschen. Es ist für mich völlig unverständlich, wie der Bundesrat so etwas beschließen kann. Auch halte ich die Forderung der Länder nach einer Pflicht zum Führen eines Fahrtenbuches für völlig überzogen und lebensfern. Sämtliche Motorradfahrer würden dadurch unter Generalverdacht gestellt. Dabei verhält sich die Mehrzahl der Fahrerinnen und Fahrer rechtstreu und verantwortungsbewusst."

 

Bündnis 90/Die Grünen

Entsprechend Ihrem Wunsch möchte ich gerne, auch im Namen von Herrn Özdemir und Herrn Kühn, Stellung zum Beschluss des Bundesrats vom 15.05.2020 nehmen.

An der Zahl und Qualität von Zuschriften und Veranstaltungen zu Motorradlärm können wir ablesen, dass die Bedeutung des Themas für die Betroffenen kontinuierlich zugenommen hat. Daran konnten auch strengere Lärmstandards bei der Typzulassung offensichtlich nichts ändern.

Wir wissen sehr zu schätzen, dass Sie sich innerhalb der Motorradfahrerszene für mehr Rücksicht und für die Vermeidung von unnötigem Lärm einsetzen - wofür Sie aus diesem Kreis nicht nur Lob ernten. Ohne Ihre Bemühungen wäre das Lärmproblem sicher noch deutlich größer.

Dass es in Bezug auf Lärm immer noch zahlreiche Missstände gibt, wissen Sie besser als wir. So lange die Industrie in der Produktion von Lärmintensiven Motorrädern und Zubehör ein wichtiges Verkaufsargument sieht, wird sich daran nicht viel ändern. Bei der Erfindung von technischen und digitalen Finessen waren die Hersteller dem Gesetzgeber bisher immer eine Nasenlänge voraus. Und so wird es vermutlich auch bleiben, solange erhebliche Nachfrage nach einem lärmgeboosteten Fahrgefühl besteht. Das gleiche gilt für absichtlich komplizierte Testzyklen, die die Lärmmessung vor Ort beinahe unmöglich macht.

In vielen Punkten sind wir mit Ihnen einer Meinung. Wir brauchen einen maximalen Lärmwert, der für alle Betriebszustände gilt. Technik, die Lärm erhöht oder Testzyklen erkennt und entsprechend reagiert, gehören grundsätzlich verboten.

Wir geben Ihnen auch Recht, dass das gleiche für PKW zu gelten hat. Was die Forderung nach einer Halterhaftung angeht, müssen Sie aber zugeben, dass es einen gravierenden Unterschied bei der Möglichkeit gibt, die Identität des Fahrers festzustellen. Bei der Halterhaftung gibt es allerdings verfassungsrechtliche Bedenken, die einer Klärung bedürfen.

Zeitlich begrenzte Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen für einzelne Streckenabschnitte sind das letzte Mittel, wenn das Lärmproblem überhandnimmt und andere Maßnahmen kurzfristig keine Erleichterung bringen. Vielleicht ist es – leider – so, dass es einzelne drastische Maßnahmen braucht, um ein Umdenken der sehr lauten Minderheit und der Industrie, die diese bedient, herbeizuführen. Für die vernünftige Mehrheit tut mir das aufrichtig leid.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Wagner, MdB
Sprecherin für Stadtentwicklung
Mitglied im Verkehrsausschuss
Mitglied im Bauausschuss
Stellv. Mitglied im Petitionsausschuss

 

FDP

Die FDP-Bundestagsfraktion begrüßt prinzipiell Maßnahmen zur Reduzierung von unnötigem Lärm, sowohl bei Motorrädern als auch bei anderen Kraftfahrzeugen. Dies steht im gegenseitigen Interesse von Anwohnern und Fahrern. Die Forderungen des Bundesrates an die Bundesregierung in der Entschließung mit der Drucksache 125/20 würden bei einer Umsetzung in geltendes Recht Motorradfahrer gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern jedoch deutlich diskriminieren. Vor allem sind die darin enthaltenen Aspekte der Halterhaftung, Einführung eines zusätzlichen Fahrzeuggesamtge-räuschwertes sowie vor allem die Einführung von streckenweisen Fahrverboten an Sonn- und Feiertagen äußerst kritisch zu bewerten.

Wir wollen nicht, dass alle Motorradfahrer unter Generalverdacht gestellt werden, weil einige wenige schwarze Schafe übermäßigen Motorradlärm durch Fahrzeug-manipulationen oder unangepasste Fahrweisen verantworten. Aus Sicht der FDP-Bundestagsfraktion besteht beim Thema Motorradlärm das Problem weniger in einem Regelungs- als in vielmehr einem Vollzugsdefizit. Motorradfahrer die besonders laut sind, müssen durch die Ordnungskräfte verstärkt kontrolliert werden. Hierfür ist eine personelle wie technische Aufrüstung unbedingt notwendig. Darüber hinaus muss diskutiert werden, ob man technischen Manipulationen durch eine der Hauptuntersuchung angegliederte Lärmmessung entgegentreten kann.

Oliver Luksic

 

AFD

die AfD-Bundestagsfraktion steht auf an der Seite der Auto- und Motoradfahrer und positioniert sich deutlich gegen den Vorstoß des Bundesrates. Wir halten eine Debatte zur Lärmreduktion bei Motorrädern für angemessen, stellen uns jedoch klar auf die Seite der Motorradfahrer, deren Bewegungsfreiheit oder Eigentumsrechte nur in schwerwiegenden Ausnahmefällen beschränkt werden dürfen. Wir stehen für eine uneingeschränkte Nutzung von Motorrädern und lehnen Fahrverbote klar ab. Der Bundesrat bestätigt damit, dass er – wie bereits bei der Novellierung des Bußgeldkatalogs – zu einem Machtinstrument grüner Landtagskoalitionen geworden ist.

Falls Sie zum Thema mehr erfahren möchten, stehe ich Ihnen für ein persönliches Gespräch in den Liegenschaften des Deutschen Bundestages oder in meinem Stuttgarter Büro zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dirk Spaniel
verkehrspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion

 

SPD

 ich danke Ihnen für Ihr Schreiben und die Frage nach der Position der SPF-Fraktion zum Bundesratsbeschluss zur Lärmreduzierung bei Motorrädern. Gerne antworte ich Ihnen als verkehrspolitische Sprecherin meiner Fraktion.

Mit Beschluss des Bundesrates vom 15. Mai 2020 fordern die Bundesländer die Bundesregierung auf, sich stärker für eine Reduzierung der Lärmbelastung durch Motorräder einzusetzen. Die Bundesregierung kann zum jetzigen Zeitpunkt entscheiden, ob und wann sie die Anregungen zur Lärmreduktion umsetzen will. Der Bundestag ist aktuell nicht an dem Verfahren beteiligt.

Die Entschließung des Bundesrates umfasst verschiedene Punkte. So gibt es u.a. Vorschläge des Bundesrates für weiche Maßnahmen wie eine bundesweite Kampagne, damit die Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer für eine angemessene Fahrweise sensibilisiert werden. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, die Strafen für Manipulationen am Auspuff deutlich zu verschärfen. Auch Motorsteuerungen an Motorrädern, die individuelles „Sound Design" und damit störende und belästigende Geräusche erzeugen können, sollen verboten werden.

Der Bundesrat sieht außerdem dringenden Handlungsbedarf, für besondere Konfliktfälle Geschwindigkeitsbeschränkungen und zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes zu ermöglichen. Hierbei handelt es sich um eine Bitte des Bundesrates an die Bundesregierung, die einschlägigen Regelungen anzupassen. Also keinesfalls um bereits beschlossene Maßnahmen. Es ist jedoch nicht zu befürchten, dass aufgrund einzelner lauter Motorradfahrerinnen oder Motorradfahrer direkt Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Durchfahrtverbote an bestimmten Strecken auferlegt werden. Vielmehr erfolgt bei verkehrsrechtlichen Maßnahmen zum Schutz vor Lärm die Beurteilung der Lärmsituation anhand jahresbezogener Mittelungspegel. Lärmspitzen durch Motorräder werden so nicht erfasst und können daher als Begründung für verkehrsrechtliche Maßnahmen wie beispielsweise Geschwindigkeitsbeschränkungen oder zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen nicht herangezogen werden.

Im Koalitionsvertrag mit der Union haben wir vereinbart, den durch Mobilität verursachten Lärm deutlich zu reduzieren. Für uns als SPD-Bundestagsfraktion ist vollkommen klar, dass die Mehrzahl der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer einen verantwortungsbewussten Umgang mit ihrem Hobby pflegt. Leider gibt es aber auch Fahrerinnen und Fahrer, die beispielsweise mit illegal modifizierten Auspuffanlagen oder unangemessener Fahrweise unterwegs sind. Dieses rücksichtslose Verhalten belastet Anwohnerinnen und Anwohner und schadet letztlich allen Fahrerinnen und Fahrern. Denn diese zusätzlichen Lärmemissionen tragen dazu bei, die gesellschaftliche Akzeptanz des Motorradfahrens zu reduzieren.

Der gute Klang einer Maschine ist vielen Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer wichtig. Aktuell sind aber etliche Motorräder bereits ab Werk „laut". Nach einem EU-Beschluss müssen Motorräder, die seit 1.1.2016 neu zugelassen wurden, den Grenzwert von 77 dB(A) einhalten. Bis zum Jahr 2024 soll dieser auf 68 dB(A) abgesenkt werden. Viele Hersteller nutzen die aktuellen Zulassungs- und Messverfahren dahingehend aus und erhöhen den Lärmpegel der Maschinen außerhalb des Messbereichs. Diese Maßnahmen sind legal und können von den Zulassungsbehörden bei der Typprüfung nicht beanstandet werden. Als SPD-Bundestagsfraktion sehen wir auch die Hersteller in der Pflicht zu zeigen, was technisch in Sachen geringerer Lautstärke machbar ist oder leisere Nachrüstlösungen anzubieten. Den in der Entschließung des Bundesrates geforderten Grenzwert von maximal 80 db(A) über alle Betriebszustände für neue Motorräder gilt es daher zu prüfen.

Beim Lärm ist der Fokus auf einzelne Verkehrsteilnehmende jedoch nicht zielführend. Mit Stand 2020 gibt es 4,5 Millionen zugelassene Krafträder in Deutschland. Dem gegenüber gibt es 47,7 Millionen gemeldete Pkw. Rücksichtlose Fahrerinnen und Fahrer gibt es nicht nur auf dem Motorrad, sondern auch im Auto. Um Verkehrssünder generell besser zur Verantwortung zu ziehen, muss mit wirksamen Polizeikontrollen gezielt angesetzt werden. Das dafür notwendige Personal muss entsprechend vorgehalten werden.

Wenn sich die Bundesregierung mit gesetzlichen Maßnahmen zur Lärmreduktion befasst, wird sich auch der Bundestag im parlamentarischen Verfahren damit beschäftigen. Erst dann wird sich zeigen, welche Vorschläge zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm tatsächlich auf dem Tisch liegen. Wir als SPD-Bundestagsfraktion werden uns stets für sinnvolle Maßnahmen zur Lärmreduktion einsetzen. Dafür benötigen wir eine Gesamtlärmbetrachtung. Es muss uns immer darum gehen, die verschiedenen Interessen sorgfältig abzuwägen.

Mit freundlichen Grüßen

Kirsten Lühmann, MdB
Platz der Republik 1
11011 Berlin

 

Die Linke

Für DIE LINKE ist der Schutz der Bevölkerung vor Emissionen, darunter auch Lärm, ein wichtiges gesundheits- und umweltpolitisches Anliegen. Daher setzen wir uns für eine Minimierung von Lärmemissionen durch die fortlaufende Anpassung von Emissionsgrenzwerten an die technische Entwicklung ein. Grundlegend für die tatsächliche Lärmreduktion ist jedoch die Überwachung der Einhaltung dieser Grenzwerte. Hierzu bedarf es zusätzlicher polizeilicher Kontrollen. Verstöße gegen technische Vorschriften durch nicht serienmäßige Umbauten, die zu einer zusätzlichen Lärmentwicklung führen, müssen eine sofortige Stilllegung des jeweiligen Fahrzeugs zur Folge haben.
Ein pauschales Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen ist hingegen abzulehnen, da die große Gruppe der Motorradfahren-den im Allgemeinen für die absichtliche Lärmverursachung einer kleineren Gruppe von Verkehrsteilnehmenden verantwortlich gemacht würde.
DIE LINKE unterstützt stattdessen den Antriebswechsel vom Verbrenner- zum Elektromotor bei Motorrädern. Im Bereich der bisherigen 50ccm-Maschinen zeigt sich, dass eine Alltagstauglichkeit des Elektromotors bereits heute gegeben ist. Zusätzlich befürworten wir in besonders sensiblen Landschaftsbereichen - wie zum Beispiel Natur- und Landschaftsschutzgebieten - die Prüfung eines Durch- und Einfahrtsverbots für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Herzliche Grüße

Ingrid Remmers

Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Ingrid Remmers, MdB
Verkehrspolitische Sprecherin
Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Pt. (Textüberarbeitung: Güma)

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10.06.202

Liebe Motorsportfreunde und Partner des Teams Wilbers-BMW-Racing
und BMW BoxerCups,

 

nachdem Corona bis jetzt den Start der Internationalen Motorradmeisterschaft (IDM) verhindert hat, konnten wir am vergangenen Wochenende in Oschersleben endlich wieder Rennluft schnuppern… ein herrliches Gefühl!

Für die IDM Superbike hatten wir für Florian Alt zwei BMW K67 vorbereitet. Aber nicht nur Florian ist neu im Team, auch die K67 wurde nach dem langen Winter nach der Saison 2019 noch einmal komplett auf den Kopf gestellt. Wir haben, unter anderem, komplett neue Fahrwerksprodukte zu Ende entwickelt und eingebaut. Der erfahrene Florian Alt war mehr als begeistert vom Aufbau und der Funktion unserer BMW, die er neben der Wilbers Fahrwerkstechnologie zum ersten Mal bewegte. Rundenzeiten waren für dieses Roll Out nicht wichtig aber tiefe 1.27er Zeiten am Sonntagnachmittag konnten sich schon einmal sehen lassen.

Der Drittplatzierte des BMW BoxerCup 2019, Marvin Jürgens, ist als Testfahrer für neue Produkte verantwortlich und hat vom Partner Gilles nun eine neue Gabelbrücke mit verstellbarem Lenker eingesetzt bekommen. Nicht, dass die Boxer nicht funktionierte, aber die Teilnehmer hatten das Bedürfnis geäußert, mehr und auch individuellere Einstellungen vornehmen zu können.

Ein sehr zufriedener Marvin Jürgens, der im BoxerCup für BMW Motorsport Burgdorf an den Start gehen wird, war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Somit sind die Teile ab sofort freigeben.

Das erste Mal auf der Rennstrecke dabei war die neue BOS Auspuffanlage, die mit ihrer eigens entwickelten Form für Boxer und K67 gezeigt hat, dass die Erfahrung der „Macher“ sich hier bezahlt gemacht hat. BOS ist seit diesem Jahr der Exklusiv-Ausstatter des BMW BoxerCup und auch des Wilbers Superbike Teams.

Der nächste Test ist für den 18. bis 19. Juli erneut in Oschersleben geplant und wir  hoffen natürlich, dass wir noch einige Rennen in der IDM Meisterschaft 2020 abwickeln werde.

Pt.

(Textüberarbeitung: Güma)

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8.06.2020

Warum mache ich das?

Ich bin jetzt über 30 Jahre Mitglied im BVDM e.V. , und ich stehe immer noch dazu. Es war und ist die richtige Entscheidung!

Seit über 10 Jahren kümmere ich mich um den Bereich gegen Streckensperrungen. Einhergehend damit muss ich auch immer wieder das Thema Verkehrslärm mit bearbeiten.

 

Schon vor 30 Jahren war Lärm ein Thema. Kampagne „Laut ist out“! Um mitreden zu können, durfte ich mit Hilfe des Bundesverbands der Motorradfahrer zwei Seminare zum Punkt Lärm machen.

Schon lange ist uns bewusst, dass dieses Thema immer höher kochen wird. Dies ist auch ein Grund warum ich im Vorstand dafür gestimmt habe Mitglied bei Silent Rider zu werden. Nur wenn wir (der Verband) mit am Tisch sitzen, können wir aktiv mit gestalten . Bei einem Vorstandsgespräch BVDM und SR haben wir uns von dem Forderungskatalog klar distanziert. Aber in einer Demokratie muss man damit rechnen, dass man überstimmt wird und Sachen durchgesetzt werden, die man nicht unterstützen will.

Hätten wir nicht mitgearbeitet, wäre der Forderungskatalog noch umfangreicher gewesen. Dann wären z.B. noch Frontkennzeichen/Helmkennzeichen in dem Papier aufgetaucht.

Ich betone nochmals, wir können nur etwas bewegen, wenn wir uns zusammenschließen!

Es darf keine Spaltung der Motorradfahrer geben. Es ist egal welche Marke man bevorzugt, es ist egal welcher Typ man ist! Sportler, Tourer, Enduro, Chopper etc. vollkommen egal.

Wir sollten uns auch nicht hier bei Facebook in Gruppen organisieren, das ist anonym und wertfrei.

Es hilft nur sich in Interessenverbänden zu organisieren und aktiv mit zu arbeiten!
Informiert euch darüber und werdet Mitglied im BVDM oder der BU. So wie ihr es für richtig haltet!

 

Aber tut es, seid solidarisch zueinander!!!

 

https://bvdm.de/mitgliedschaft-und-beitrag/mitglied-werden/

 

Michael Wilczynski

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8.06.2020

Horst Briel

Nachruf

(übernommen vom BVDM)

 

Wir trauern um unseren Ehrenvorsitzenden Horst Briel, der am 20. Mai 2020 im Alter von 96 Jahren gestorben ist.

 

 

Bereits bei der Gründungsversammlung unseres Bundesverbandes der Motorradfahrer am 30. August 1958 in Buttenhausen war Horst bereit, Verantwortung zu tragen. Er nahm seine Wahl zum 2. Vorsitzenden an. Im Jahr 1962 wurde er zum 1. Vorsitzenden gewählt und hatte dieses Amt bis 1979 inne. Danach wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Außerdem war er 1. Vorsitzender im Landesverband Rhein-Ruhr.

Horst Briel war kontaktfreudig und vielseitig interessiert. Seine besondere Liebe galt aber dem Motorrad in allen seinen Facetten, einschließlich des Motorradsports. Durch seine vielen Verbindungen war er immer aktuell informiert, und mit seinen profunden Kenntnissen und guten Ideen zog er daraus die richtigen Schlüsse. Wir Mitglieder hörten ihm bei den monatlichen Treffen gern zu, wenn er darüber berichtete, und oft begeisterte er uns auch.

Unter seinem Vorsitz erlebten der BVDM und der LV Rhein-Ruhr eine gute Zeit. Seine Mitgliederzahlen und die Anzahl der angeschlossenen Ortsvereine und Landesverbände stiegen ebenso an wie die Zahl und Vielfalt der Veranstaltungen für Motorradfahrer. Seinen Kontakten, seinem Verhandlungsgeschick und seiner persönlichen Risikobereitschaft war es zu verdanken, dass das Elefantentreffen ab 1978 für zehn Jahre am Salzburgring beheimatet sein konnte.

Nicht alles, was Horst Briel erdachte und aufs Gleis setzte, ist auch gelungen, aber wer kann das schon von sich behaupten? War es vielleicht zu visionär? Eine BVDM-eigene Kraftradversicherung war wohl eine Nummer zu groß für uns. Für die Gründung einer fahrerischen und technischen Motorradfachschule trifft es wohl zu, doch sie wurde von Anwohnern aus Angst vor Lärm torpediert.

Im Jahr 1974 taten sich Horst Briel, Ernst Leverkus und ein paar weitere Damen und Herren zusammen und beendeten das Monopol der Zeitschrift „Das Motorrad", indem sie eine zweite Motorradfachzeitung unter dem Namen „PS" herausgaben. Dort schrieb Horst über die Themen Sport und Technik. Für seine Freunde im BVDM blieb danach leider nur noch wenig Zeit.

Wenn seine aktive Zeit auch schon einige Jahrzehnte zurück liegt, haben wir Anlass, ihm für seine unermüdliche ehrenamtliche Arbeit dankbar zu sein und ihn in ehrender Erinnerung zu behalten. Horst Briel hat sich um den BVDM verdient gemacht.

Horst Orlowski

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3.06.2020

UNTERWEGS (Buchvorstellung)

Offroad-Abenteuer als auch längere Fahrten zu Motorsport-Veranstaltungen aktiv oder passiv können schnell gefährlich werden, wenn Planung und Ausrüstung nicht stimmen. Aber wie kann man sich vorbereiten und was sollte man alles mitnehmen? Was wird benötigt, um das Fahrzeug fahrtüchtig zu halten? Was, um sich zu verpflegen, zu schlafen und sich wohl zu fühlen?

Der Autor gibt allen, die häufig „offroad“ unterwegs sind, zahlreiche Tipps, Checklisten und Infos um „Besondere Vorkommnisse“ auszuschließen.

Der Ausrüstungsratgeber ist auch Personen zu empfehlen, denen das „Elefantische Gedächtnis unterbelichtet“ ist. Sprich: Die gern etwas vergessen.

Autor: Michael Scheler; Titel: OFF THE ROAD Alles was Du unterwegs brauchst; 256 Seiten; ca. 350 Abbildungen; Format: 170 x 240mm; ISBN 978-3-613-50903-0; 19,95 €uro: Motorbuch Verlag

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02.05.2020

Abgesagte Demo mit ca. 400 Teilnehmern in Berlin....

In den letzten Wochen berichtete die Presse über Fahrverbot für Biker an Sonn- und Feiertagen ...... die Bundesratsinitiative ist durch und liegt dem Bundestag vor ...... eine Petition wurde ins Leben gerufen! Innerhalb weniger Tage waren schon über 140.077 Unterschriften gesammelt ...... dann hatte in einem Zeitungsartikel der Verkehrsminister Andreas Scheuer darüber berichtet, dass er angeblich dagegen ist!

Dabei ist aber eine Äußerung in einem Zeitungsartikel keine offizielle Stellungnahme der Bundesregierung zu der Gesetzesinitiative - .....,  so wurde zu einer Demo in der Bundeshauptstadt aufgerufen! Lag es an der Aussage vom Verkehrsminster Scheuer ....... plötzlich erfuhren wir am Samstagabend, dass die Demo abgesagt worden ist.

Ich selber, im Moment gesundheitlich eingeschränkt, dachte mir schon ..... dass diese Info nicht jeden erreicht hatte, .....traf mich trotzdem mit "Freunde der Straße/Berlin " am Brandenburger Tor. Wie sollte es anders sein,  bin informiert worden, das ein Korso von der Spinnerbrücke zum Brandenburger Tor gestartet ist -  ..... mit Begleitung!

Ca. 400 Biker trafen so kurz vor 14 Uhr am Brandenburger Tor ein und durften unter Polizeischutz auch für 10 Min. den Verkehr am Brandenburger Tor unterbrechen ....... freundlich wurden die Biker aufgefordert, sich den normalen Straßenablauf wieder anzupassen. Hierbei ist mal ein Dankeschön an die Polizei für die reibungslose Durchführung dieser abgesagten Demo zu richten! ..... klar; du kannst nichts verbieten, was nicht angemeldet ist und das mit ca. 400 Teilnehmer ....... soweit mir nun bekannt ist, soll es am 04.07.2020 zu einer Sternfahrt kommen gegen das Sonn- und Feiertagen-Fahrverbot ....... auch in anderen Städten waren Demo´s ...... nur besser geplant! Ich wurde darüber informiert, dass einige Biker meinen ich gehöre mit zu den Organisatoren der Demo. ......... NEIN ........ wie immer berichte ich durch Bilder nur über die Szene!

Text und Fotos: Ecky

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27.05.2020

KTM GESCHICHTE  

Buchvorstellung

Als Hans Trunkenpolz 1953 in einer Werkstatt im österreichischen Mattighofen ein einfaches Motorrad baute, ahnte wohl niemand, dass sechs Jahrzehnte später das Unternehmen KTM zum größten Motorradhersteller in Europa etablieren würde.

Durch die frühzeitige Aufnahme der Serien-fertigung von Geländesportmaschinen gepaart mit zahllosen Sporterfolgen schuf sich die Marke einen weltweit guten Ruf. Der Autor und Kenner der Marke KTM hat deren Geschichte akribisch nachgezeichnet und alle Modelle vorgestellt.

Aus dem Inhalt: 

– Die Anfänge (1953 – 1960)

– Der Wiederaufstieg (1961 – 1979)

– John Penton - Ein Glücksfall für KTM

– Die Ära Pieper 

– Die Modellreihen seit 1992

– Die schwedischen Marken.

Über 40 Seiten sind dem Motorsport – speziell dem Motocross- und Enduro-Sport – gewidmet. „Unterbelichtet“ dagegen der Trialsport. Die Aktivitäten in Sachen Trial liefen bei KTM nur kurzzeitig. Immerhin gelang es dem TRIALSPORT-Macher Felix Krahnstöver 1978 die Deutsche Trial-Meisterschaft auf einer KTM zu gewinnen – Erwähnung auf einer Seite. Die Stückzahl der Trialbikes war an einer Hand abzuzählen. Das gelungene Werk wird mit einem Abschnitt „Wie geht’s weiter?“ abgeschlossen.

Autor: Leo Keller; Titel: KTM MOTORRÄDER SEIT 1953; 256 Seiten; ca. 350 Abbildungen; gebunden; ISBN 978-3-613-04271-1;

Ladenpreis (D) 34,90 €uro 

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22.05.2020

Keine Fahrverbote Für Motorräder An Sonn- Und Feiertagen

Wir Motorradfahrer wollen keine begrenzten oder generellen Sonn- und Feiertagsfahrverbote. Der Bundesrat kam am 15.05.2020 in der Sitzung 989 zusammen, in dieser Sitzung wurde unter anderem im Tagespunkt 10 einen Beschluss erörtert welcher als Forderung an die Bundesregierung gerichtet ist.

www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/20/989/989-pk.html?nn=4352766#top-10

www.bundesrat.de/SharedDocs/TO/989/to-node.html;jsessionid=6D540169138BB717E577B44CFF05DA58.2_cid391?cms_topNr=10#top-10

Dies ist ein Antrag des Landes Nordrhein-Westfalen Unterzeichner Armin Laschet Zum einen will die Länderkammer nach einem Beschluss sich dafür einsetzen die Zulässige Lautstärke bei Neufahrzeugen auf Maximal 80dB/A zu begrenzen, in allen Betriebszuständen. Das entspreche einem Vorbeifahrenden LKW oder ein Topmoderner Rasenmäher. In einem weiteren Vorschlag des Ministeriums für Verkehr des Landes Baden Württemberg sollen die Länder der Polizei bei gravierenden "Lärmüberschreitungen" die Möglichkeit der sofortigen Sicherstellung geben. Auch soll das sogenannte Auspufftuning härter bestraft werden. In diesem Zusammenhang wollen die Länder es ermöglichen begrenzte Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen auszusprechen.

 

vm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mvi/intern/Dateien/PDF/PM_Anhang/200213_Forderungskatalog_Initiative_Motorradl%C3%A4rm_01.pdf

 

Begründung

Durch dieses Verbot werden wir in unserer freien Entfaltung eingeschränkt. eine Begrenzung ist in meinen Augen nur eine Hinhaltetaktik um es dann schnell in ein generelles Fahrverbot zu ändern. Dieses Verbot diskriminiert uns Motorradfahrer, es werden damit alle Motorradfahrer bestraft was so nicht sein kann und darf, eine Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer ist so nicht gegeben. Was ist mit den Teilweise viel zu lauten mehrspurigen Kfz oder mit den zum teil Legal getunten Rollern, diese dürfen dann immer noch fahren? Es darf keine Einschränkung von nur einer Verkehrsteilnehmer Gruppe geben. Was ist mit den Arbeitsplätzen die am Zweirad fahren hängen, wie viele Gaststätten, Imbissbuden, Werkstätten usw. wären von einem Verbot betroffen. Durch dieses Verbot würden viele das Motorradfahren für sich einstellen dadurch würde in der Gastronomie weniger Umsatz generiert. Die Zweiradwerkstätten würden weniger Aufträge erhalten weil weniger Motorräder eine Wartung oder Reparatur benötigen wodurch dann zwangsläufig weniger Arbeitskräfte benötigt werden was dann im Umkehrschluss wieder zu Arbeitslosigkeit, in allen Bereichen die in Verbindung mit Motorrädern steht, führt. Im weiteren was ist mit den Personen die nur ein Motorrad besitzen als Haupt Beförderungsmittel?

Wenn soweit am Bike alles technisch und STVO Konform ist soll jeder fahren dürfen wann er möchte. Es gibt genug arbeitende Menschen in unserem Land die nur an Sonn- & Feiertagen dazu kommen mal auf dem Motorrad zu entspannen und dem Alltag der gerade in Corona Zeiten sehr schwer ist zu entfliehen.

Ich muss aber auch zugestehen dass unsere Welt zu laut ist, hier ein Laubbläser da ein Rasentrimmer, Bahnlinien die direkt durch ein Wohnviertel gebaut werden. Auch verurteile ich die Motorradfahrer die in Ortschaften / Wohnvierteln extra Krach machen und durch diese wenigen haben wir alle das Problem.

Darum appelliere ich hiermit an euch alle Fahrt in Ortschaften so gut es geht Lärmgemindert!

Zitat eines Users für die Pro Seite: Motorräder unterliegen als inländische Fahrzeuge, nach dem KraftStG, ebenso wie PKW der Steuerpflicht, welche mit der verkehrsrechtlichen Zulassung solange besteht, wie das Fahrzeug zum Verkehr auf öffentlichen Straßen zugelassen ist. Wenn nun ausschließlich ein bestimmter Teil bzw. eine Gruppe von steuerpflichtigen Fahrzeugen, von der uneingeschränkten Nutzung öffentlicher Straßen benachteiligt wird, stellt dies eine öffentliche Diskriminierung dar. Weiterhin ist zu prüfen ob diese Einschränkung im Rahmen des AGG sowie mit Artikel 11 des Grundgesetzes (Freizügigkeit) vereinbar ist. Quelle: allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, Grundgesetzes, § 5 Abs. 1 Nr. 1 Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG). Ausführung zur Begründung wird noch weiter ausgearbeitet.

 

Zitate User# 1. Ist das Motorrad wie alle andern Fahrzeug ein wichtiger Wirtschaftszweig. Da Motorradfahren ein Hobby ist das hauptsächlich an Wochenenden ausgeführt wird. 2. Wenn an Wochenenden nicht mehr gefahren werden darf, dann werden viele das Hobby an den Nagel hängen oder erst gar nicht damit anfangen. Ergo: Es fallen Arbeitsplätze wie Zweiradmechaniker, Verkäufer, von Zubehör Herstellern und von Bekleidungsherstellern weg. 3. Ausflugsgaststätten, Pensionen, Hotels und Campingplätzen fallen Gäste weg. 4. Motorradtreffen aller Art die an Wochenenden stattfinden und an denen auch viele Leute, Firmen usw. Geld verdienen kann man sich dann sparen

 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Heiko Schmidt aus Essen

 

Link zur Petition:

https://www.openpetition.de/petition/online/keine-fahrverbote-fuer-motorraeder-an-sonn-und-feiertagen-2?fbclid=IwAR1gdrD0v4WinR2VqWb1fSJW8z9AZYvSgEavG0-yxbabFKpl0Va4elvn8EM

 

Kommentar:

   Schon seit längeren - genaugenommen schon seit vielen Jahren wird der Lärm der Motorräder immer stärker. Ich selbst bin schon mein ganzes Leben lang begeisterter Motorradfahrer, nicht nur auf der Straße, sondern war es auch im Gelände. Und ich weiß, dass Motorradfahren auch ohne diesen unendlichen Lärm sehr viel - eigentlich sogar noch mehr Spaß macht. Warum bestimmte Motorradfahrer unbedingt so eine unverantwortliche Fahrweise incl. verbunden mit solch blödsinnigen Lärm machen müssen, ist völlig unverständlich - vermute mal, das kommt, weil in deren Köpfen gar kein Gehirn ist???? oder???

   So dooof kann doch gar kein Mensch - am wenigsten einer, der Motorradbegeistert ist, sein. Und begreifen die denn nicht, dass die ganzen Streckenverbote und Sperrungen ausschließlich darauf beruhen, dass diese wenigen Spinner den ganzen anderen Motorradfahrern das Vergnügen zerstören? Nur durch ihre gewaltige Dummheit!!!!!

   Und nicht nur Lärm, sondern auch ihr Fahrverhalten, zu schnelles rücksichtsloses Fahren, Kurvenschneiden im öffentlichen Verkehr - sogar, wenn diese Verrückten gar keine Streckenübersicht in Kurven haben - trägt viel dazu bei, dass ALLE Motorradfahrer in die Kategorie "schlechte Menschen" eingefügt werden, weil die Gegner, denen Motoradfahren unangenehm ist, gar nicht wissen, was Motorradfahren eigentlich bedeutet.

   Ich würde zu den ganzen Entscheidungen, die für uns von oben kommen, nur sagen, dass es besser wäre, wenn man nur diejenigen, die gegen die Vorschriften in dieser Art verstoßen, aus dem Verkehr zieht und mit entsprechend Strafen belegt incl. dem Einzug des Führerscheins und Beschlagnahme des Motorrades.

Das wäre gerechter, als wenn man ALLE Motorradfahrer für die Dummheit und Uneinsichtigkeit Einzelner bestraft.-

Güma

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17.05.2020

LITTLE HONDA

Angekündigt im Frühjahrskatalog 2020 hatte der Delius Klasing Verlag das Buch mit obigem Titel über die kultigen Honda-Zwerge den Erschei-nungsmonat April d.J. Daraus wird nichts, wie der Verlag kürzlich informierte, voraussichtlicher Erscheinungstermin wird der März 2021 sein.

Wenn auch die kleinen Viertakter mit dem liegenden Zylinder und Schwanenhals-Ansaugrohr in Deutschland nicht die Masse waren, so wurden von der Super-Cub-Variante immerhin 100 Millionen Stück weltweit verkauft. So viele wie kein anderes Motorrad. Vereinzelt sah man sie auch in den frühen 1960er Jahren im bundesdeutschen Trialsport in der kleinen Klasse.

In der DDR debütierte die englische First Lady im Trial- und Endurosport Olga Kevelos (1923 – 2009) bei der XXXIX. Internationalen Sechstagefahrt 1964 in Erfurt  mit der Honda 50. Ihre Merkmale im Vergleich zu den knapp 20 Konkurrenten (alle Zweitakter): Einziger Viertakter, liegender Zylinder, Schwanenhals-Ansaugrohr, vorn geschobene Kurzschwinge in Blech-Ausführung. Lt. Klassensieger Siegfried Rauhut war es ein Straßen-Mokick mit wenig Änderungen, wie Gelände-Bereifung und -Lenker sowie hochgezogenem Auspuff.

Olga auf Honda 50
Olga auf Honda 50

Leider hatte die Little Honda ihrer Fahrerin (damals 41 Jahre jung) schon am ersten Fahrtag die Treue gebrochen. Sie mutete dem kleinen Honda-Zwerg nach dem Start zu viel zu und fuhr den Motor fest. Da erhebt sich die Frage, was wäre wenn sie die 6 Tage in Wertung abgeschlossen hätte? Schließlich hatte sie bereits bei vorangegangenen Six Days zwei Goldmedaillen sowie etliche Silberne und Bronzene eingefahren! Nach einer Grobübersetzung eines Beitrages war die Betitelung Olgas vom „faulen Mädchen“ zu lesen – wie bitte!? Gemeint war hier die typisch frauliche Berufung: Heiraten, Haushalt führen, Kinder kriegen etc. Das war offensichtlich nicht ihr Ding. Ihr Anliegen war es den Boys zu zeigen, wie man mit einem Motorrad richtig umgeht.

Zurück nach Erfurt 1964: Die gute Olga bot einem örtlichen Kinde bei passender Gelegenheit eine Banane an. Verwundert darüber, warum das Beschenkte nicht wusste wie die Frucht abgepellt wird. Es hatte aus dem „Land des geplanten Mangels“ noch nie eine Banane gesehen bzw. in den Mund bekommen. Die Geberin zog sich jedoch den Zorn eines ostdeutschen Ordnungshüters auf sich, der die Schenkung unterband. „Verboten“ so die lapidare Begründung des Volkspolizisten. Olga fuhr Wettbewerbe in verschiedenen Ländern auch hinter dem „Eisernen Vorhang“ und war des Lobes voll gegenüber dortigen Menschen – und dann das!? 

Es dauerte allerdings noch ein Viertel-Jahrhundert, bis der DDR-Bürger sich eine Honda oder andere Marken an Land ziehen konnte.

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30.04.2020

CORONA

nichts Neues. In den Jahren 1902 – 1907 erschien auf dem Markt von einem Hersteller aus Brandenburg/Havel ein riemengetriebenes Motorrad namens CORONA mit Schleifenrahmen und Motoren von Zedel, Fafnir u.a. Ob seinerzeit der Corona-Virus bei den Motorradfans so herzlos zugebissen hat wie heute? Es ist nicht anzunehmen. Jedenfalls wurde von 1922 – 1924 die Herstellung wieder aufgenommen. Es sollten sogar BMW-Boxermotoren verbaut worden sein. Die Produktion dürfte sich in bescheidenen Stückzahlen gehalten haben.

Im Jahr 1925 gab es wieder eine 350er Corona mit Boxermotor, diesmal unter dem Namen Cudell. Es wird im Funktionsmuster-Stadium geblieben sein, eine Serienproduktion kam nicht zustande. Nach Karl Reese: Motorräder aus Berlin; Kleine Vennekate Verlag. Bildveröffentlichung von Kleine-Vennekate genehmigt.

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25.04.2020

Offiziell entfällt. Doch was bleibt, ist sicher! MEHRSI

Auf der Staatsstraße 2195, zwischen Stadtsteinach und Schwand (Bayern, Landkreis Kulmbach), verunglückte ein 57-jähriger Motorradfahrer tödlich. Der scharfkantige Stützpfosten einer herkömm-lichen Leitplanke wurde ihm zum Verhängnis.

Jetzt haben wir die Leitplanken dieser Kurve mit der „zweiten Planke“, dem Unterfahrschutz, entschärft. Zur 20. Kulmbacher Motorradsternfahrt wollten wir diese Kurve mit keinem geringeren als Toni Mang (5-facher Motorrad-Weltmeister) offiziell einweihen. Das fällt nun leider coronabedingt weg. Doch was bleibt, ist eine sichere Kurve für Motorradfahrer.

Monika Schwill

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2104.2020

ARBEITSTIER (Buchvorstellung)

Wer als Motorradsportler aller Couleur sein Gerät nebst Zubehör als auch Schlafmöglichkeit zum Wettkampfort transportieren muss, kommt um einen Transporter nicht umhin.

U. a. geeignet für Handwerker, Transportunternehmen etc. ist der Ford Transit bei kommoden Platzver-hältnissen, sparsamen Dieselmoto-ren, wartungsarmer Technik und Sicherheitsausstattung.

Für Nutzer, die selbst kleine Reparatur- und Wartungsarbeiten durchführen wollen bis hin zu qualifizierten Spezialisten bezieht sich der Band 165 „Ford Transit Custom Diesel 2,0- bis 2,2 Liter von 08/12 bis 12/17“ in der Reihe „So wird´s gemacht“.

Die jeweiligen Arbeitsschritte sind mit Symbolen gekennzeichnet und weisen auf ihre Schwierigkeitsgrade hin. Somit kann der Schrauber einschätzen, ob er die Arbeit selbst bewältigen kann oder einem Spezialisten überlassen sollte. So ist die Reparaturanleitung Fahrzeugnutzern und Schraubern wärmstens zu empfehlen. Für weniger Qualifizierte bzgl. Schraubens ist der Platz der Fibel im Handschuhfach gut gewählt. Der verausgabte Preis ist nach einer erfolgreichen Selbstreparatur meist amortisiert.

Autor: R. Etzold; Titel: Ford Transit Custom; 372 Seiten; über 500 Abbildungen; kartoniert DIN A4-Format; Ladenpreis (D) 29,90 €uro; ISBN 978-3-667-11843-1; Delius Klasing Verlag.

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21.04.2020

Die Sozia, die sich was traute

Von der Sozia zur Selbstfahrerin ist es ein spannender Weg. Wie es dazu kam, erzählt Ulla Kugler in kurzweiligen, heiteren Episoden. Mit einem Augenzwinkern schildert sie dabei die unterschiedliche Sichtweise des Hobbys Motorradfahren aus weiblicher und männlicher Perspektive.

Auch nette Reiseerlebnisse unter anderem in Spanien, Norwegen, den Alpen und auf Sardinien kommen nicht zu kurz.

Das Buch kostet im Handel 10,90 Euro und hat 210 Seiten. (Auch als E-Book erhältlich.)

www.ex-sozia.de

 

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15.04.2020

Nachwuchstalent Julius Rörig beim internationalen Northern Talent Cup mit am Start

Nach seinen ersten Erfolgen im Motorradrennsport im vergangenen Jahr während des ADAC Junior Cup, hat es der jüngste Fahrer der MCA Racing Familie - Julius Caesar Rörig / Startnummer #24 – mit seinen inzwischen 13 Jahren geschafft, sich für den international stattfindenden Northern Talent Cup zu qualifizieren.

Der Northern Talent Cup, kurz NTC, richtet sich mit seinem <<Road to MotoGP>>-Programm an junge Fahrertalente im Alter von 12-17 Jahren im Straßenrennsport aus Nord- und Zentraleuropa, um deren Karriere in richtige Bahnen zu lenken und sich den Traum einer Laufbahn als Motorradrennfahrer zu erfüllen.

 

   Die 24 eingeschriebenen Fahrer (davon 5 Deutsche) gehen mit identischen KTM Motorrädern an den Start und werden bei insgesamt 7 Events mit jeweils zwei Rennen ihr Können  unter Beweis stellen. Das Projekt wurde gemeinsam von der Dorna mit KTM und dem ADAC entwickelt und auf die Beine gestellt.

Der offizielle Vorsaisontest wird im Juni in der Motorsportarena Oschersleben stattfinden und den Weg für die Motorsportsaison 2020 ebnen. Dort startet Julius Caesar Rörig, seines Zeichens Sohn des passionierten Rennfahrers und Geschäftsführers der MCA Gruppe Stefan Schmidt, in sein erstes Rennen der Saison 2020. Die weiteren Stationen des NTC werden im Rahmen der WorldSBK wie auch zu IDM und Moto GP Terminen wie folgt stattfinden:

Termine Northern Talent Cup 2020

https://www.northerntalentcup.com/

Text: Alexandra Tomasello / Fotos: MCA

E-Mail: a.tomasello@mca-altendiez.de / www.mca-altendiez.de

 

Textüberarbeitung: Güma

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08.04.2020

Wilbers-BMW-Racing in Zeiten von Corona

Corona hat die gesamte Sportwelt fest im Griff und nun fragen wir uns, welche massiven Auswirkungen das auf unsere Aktivitäten auf den im Rahmen der IDM stattfindenden BMW BoxerCup haben wird.

Der geplante Frühjahrstest in Valencia vom 15. bis 20. März ist am Tor der Rennstrecke kurzfristig abgesagt worden. Die Ereignisse überschlugen sich. Aufgrund des Virus wurde bei Ankunft der Mannschaft diese auch gleich nach Hause geschickt, ein Drama.Das Corona Virus zwang unser Team, schnellstmöglich das Land zu verlassen.

Als Promoter des BMW BoxerCup und Betreiber des Wilbers-BMW-Racingteams in der IDM rücken Dinge in den Fokus, die für alle in der Branche - vom Hersteller, Veranstalter und Promotor sowie Händler - gleich sein dürften. Für die allermeisten, also auch für uns, geht es darum, den Fortbestand des Unternehmens und den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern sowie darum, den wirtschaftlichen Schaden durch die vielen Pandemie-Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.

Niemand konnte mit solchen massiven Auswirkungen und Einschränkungen rechnen. Bereits jetzt sind große Events wie die olympischen Sommerspiele oder die Fussball-EM auf 2021 verschoben, zahlreiche andere Veranstaltungen bis in den Juni hinein abgesag

Es bleibt leider nur abzuwarten, welche Entscheidungen der Verantwortlichen in den nächsten Wochen getroffen werden.Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Wir wünschen alle Beteiligten das Wichtigste in dieser Zeit: viel Gesundheid und kommt gut durch die Pandemie!

weitere Infos: www.bmw-boxer-cup.de

Ihr Team „Wilbers-BMW-Racing“

Pt.  (Textüberarbeitung: Güma)

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06.04.2020

ET-ZWEIRAD

MUSEUM

RäderMenschen&Geschichten

Familie Tantius, Birkenweg 18, 38524 Sassenburg-Grußendorf,

Tel. 05379-1669

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602 Türkische Grenze bei Tarnovo
602 Türkische Grenze bei Tarnovo

01.04.2020

4. Teil der Reise zum Schwarzen Meer (Türkei)

Strecke: Kirkareli, Cerkezköy, Agva, B 10, Zonguldak, Sinop, Amasya, Sorgun, Göreme, E 90, Mersin, B 400, Anamur, Antalya, Fethiye, Marmaris, B 550, Selcuk, Cesme; ca. 4.000 km, 33 Tage,

15 Unterkünfte, Wetter: sonnig, bewölkt,

wenige Schauer, teilweise windig, 25 bis 40 Grad.

Das hatten wir uns ja nie träumen lassen, mal auf dem Motorrad von Deutschland aus in die Türkei zu reisen! Wir, das bin ich, Exsozia Ulla auf meiner weißen Yamaha MT 07 und Thomas auf seiner roten Goldwing. Abenteuer pur war angesagt.

Nach Österreich, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien war die Türkei das sechste Ausland unserer Reise zum Schwarzen Meer. Und dieses Land hat es in sich, sage ich Euch!

Die Türkei ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Die größte Stadt ist Istanbul, die einzige Stadt auf der Welt auf zwei Kontinenten (Europa und Asien). Das Land hat eine rund 9.000jährige Geschichte. Hethiter, Griechen, Römer, Byzantiner, Osmanen und viele andere Völker haben hier gelebt und steinerne Zeugen hinterlassen. Daher gibt es extrem viel zu bestaunen.

Nach etwa 45 Minuten an dem kleinen Grenzübergang Tarnovo von Bulgarien in die Türkei war die Abfertigung überstanden und Thomas hisste traditionell die Landesflagge, den Halbmond mit Stern auf rotem Grund.

Dann ging es über eine perfekte sechsspurige Autobahn durch den europäischen Teil der Türkei, das ehemalige Thrakien. Wir haben mächtig über die guten Straßen gestaunt, ebenso wie über den neuen Istanbuler Flughafen im Norden, der angeblich in nur drei (!) Jahren fertig gestellt wurde. Da mag man gar nicht an Berlin denken!

Ein Hammerbauwerk ist auch die neue Brücke über den Bosporus, die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke, die nördlichste Brücke über die 30 km lange Meerenge. 2016 eröffnet nach nur vierjähriger (!) Bauzeit, 1.408 Meter lang und 59 Meter breit. Sie ist achtspurig und als Hängebrücke konzipiert. Sensationell! (Maut für die Brücke: 7 Euro für 1 Motorrad)

Nun waren wir im Orient angekommen. Jedes Dorf hat seine eigene Moschee und mehrmals am Tag ruft der Muezzin. Rund 99 Prozent der Türken sind Moslems, überwiegend Sunniten. Doch der Islam wird hier sehr unterschiedlich gelebt, so mein Eindruck. Man sieht traditionell gekleidete, auch jüngere Frauen ebenso wie westlich gekleidete Frauen. In Restaurants gibt es auch alkoholische Getränke und lange nicht alle folgen dem Ruf des Muezzin. Im Schwimmbad sieht man muslimische Mädchen im Burkini ebenso wie Frauen im Bikini. Alle scheinen sich zu tolerieren. Faszinierend! Okay, ich als Frau auf dem Motorrad war etwas außergewöhnlich und wurde bestaunt.

Und ebenfalls haben wir gestaunt über das Schwarze Meer! Das ist ja gar nicht schwarz, stellten wir fest! Je nach Wetterlage ist es blau, grau, türkis wie jedes andere Meer auch. Das Binnenmeer, das über den Bosporus mit dem Mittelmeer verbunden ist, hat eine Tiefe bis zu 2.200 Meter. Es ist landschaftlich sehr reizvoll mit Sand- und Kiesstränden, Badebuchten, Felsküsten und netten Hafenstädtchen. Das Klima ist ausgeglichener als am Mittelmeer, wenngleich etwas regenreicher. Man konnte im Juni schon bei 22 Grad im Meer schwimmen.

Wir hatten uns vorgenommen, bis Sinop an der türkischen Schwarzmeerküste entlang zu fahren, einer landschaftlich als besonders schön empfohlenen Strecke. Doch der Weg von Zonguldak bis Inebolu hatte es in sich! Die Küstenstraße führte in Serpentinen rauf und runter über gefühlte 50 Flusseinmündungen von jeweils fast Meereshöhe auf rund 300 Meter. Da kamen bei sieben Stunden reiner Fahrzeit etliche Höhenmeter zusammen! Das alles bei einem katastrophalen Straßenzustand, gespickt mit Hindernissen wie Kühen, Kuhmist, Hunden, Hühnern, Baustellen mit Schotter. Man muss aber dabei sagen, dass dieser Straßenzustand inzwischen in der Türkei die Ausnahme ist. Die Ausblicke auf das Meer und die tolle Küste haben sich aber auf jeden Fall gelohnt!

Nach einer kleinen Kletterpartie auf die Stadtmauer hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Hafen von Sinop. Er ist einer der schönsten Naturhäfen der türkischen Schwarzmeerküste und über 2.700 Jahre alt. Hier lebte der Philosoph Diogenes. Heute ist Sinop ein beliebtes Ausflugsziel der Türken mit toller Promenade. Als Fahrzeuge dienen viele Elektro-Dreirad-Roller, ganz fortschrittlich! (Mein Tipp: Unbedingt auf die alte Stadtmauer steigen!)

Wir waren übrigens ganz begeistert, wie hier in der Türkei die moderne und die traditionelle Lebensart zusammenpassen. Über den gegenseitigen Respekt in allen Generationen können wir uns nur wundern. Das müssen wir in Deutschland erst mal hinbekommen!

Nun hieß es abbiegen in Richtung Süden. Nächste Station war die Kleinstadt Amasya, die mit etlichen historischen Fachwerkhäusern entlang des Flusses Yesilirmak aufwartet. Jeden Abend gibt es dort im Sommer farbenprächtige Wasserspiele mit Musik. Wir waren begeistert!

Nach kurzer Zeit hatten wir in der Türkei ein neues Lieblingsgericht: Gözleme, mit Käse und Gemüse gefüllte Crepes, ein leichter Imbiss für den kleinen Hunger. Lecker! Aber auch andere Spezialitäten haben wir genossen, so die kleinen Köfte ähnlich unseren Frikadellen, Kebab, Joghurt mit Honig und Nüssen und Baklava. Da läuft mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammen!

Dann wurde unser Traum war: Auf dem Weg nach Süden erreichten wir im Landesinneren Kappadokien. Die Landschaft um Göreme ist einzigartig und UNESCO-Weltkulturerbe. Hier lebten schon in prähistorischer Zeit Menschen. Die ersten Christen versteckten sich in unterirdischen Höhlen und Städten vor den Römern und bauten dort über 350 Kirchen in die Berge. Heute kann man in vielen komfortablen Höhlenhotes übernachten. Hier in Kappadokien hat die Natur durch Eruption vieler Vulkane und späterer Erosion durch Regen und Wind tolle Steinformen geschaffen wie die Feenkamine und Zauberhüte. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. (Tipps: Göreme Freilichtmuseum, Avanos, Zelve, Ürgüp, unterirdische Städte in Kaymakli und Derinkuyu, Ihlara-Tal. Möglich auch: Flug bis Ankara, Fahrzeug mieten.)

Ein Höhepunkt unserer Reise war ohne Frage eine Ballonfahrt über Kappadokien bei Sonnenaufgang. Das war ein einzigartiges Erlebnis! So schön war die Landschaft unter uns und die vielen anderen bunten Ballons in der Luft! Und das Besondere: Wir hatten eine Frau als Pilotin und ein Pärchen hat sich an Bord verlobt!  (Kosten: ca. 180 bis 250 Euro p.P., 1 Std. Fahrzeit, Transfer, Imbiss, Urkunde)

Erstaunt waren wir über den fast überall guten Zustand der Überlandstraßen in der Türkei. Sogar hier in Anatolien und im Taurusgebirge auf der E 90 in Richtung Mersin gibt es neueste vierspurige Schnellstraßen mit Standstreifen über Brücken und durch Tunnel! Alle Straßen total leer! Davon können wir in Deutschland nur träumen!

Ebenso fortschrittlich ist die Netzverbindung. Fast überall gab es eine LTE- oder 5G-Internetverbindung.

Bei Mersin erreichten wir schließlich das Mittelmeer und folgten der gut ausgebauten Küstenschnellstraße 400 Richtung Westen. An manchen Stellen ist die Straße aber noch ursprünglicher mit tollen Kurven und Ausblicken. Nun fuhren wir an der Küste entlang von Mersin im Osten nach Marmaris im Westen. Bei Silifke gingen wir zur Erfrischung in einer kleinen Bucht baden.

Am besten genießt man aber die türkische Mittelmeerküste (besonders zwischen Fethiye und Marmaris) vom Boot aus bei einer Insel-Tagestour mit Baden in einsamen Buchten und Picknick an Bord. (Tipp: Statt Pauschalangeboten auf großen Schiffen lieber privat ein kleines Boot mieten. Nicht viel teurer.)

Unser Obst wurde übrigens ganz frisch auf einem Markt in Fethiye eingekauft. Hier duftet es an jeder Ecke und man darf dort alles probieren! Die Bauern bringen mit den tollsten Fahrzeugen Nachschub für die zahlreichen Stände.

Häufig sahen wir auf Flaggen eine bestimmte Person mit einem Fez auf dem Kopf. Uns wurde erklärt, das sei Mustafa Kemal Atatürk, der türkische Staatsgründer. Er gründete nach einem erfolgreichen Widerstand gegen die Sieger des Ersten Weltkriegs 1923 die Türkische Republik und modernisierte den Staat im Inneren. Frauen wurden gleichberechtigt und bekamen das Wahlrecht. Heute ist er für viele Türken ein Vorbild und Symbol für den Widerstand. Im Jahr 2023 endet übrigens der 100jährige Knebelvertrag von Lausanne und die Türken dürfen wieder ihre nicht unerheblichen Bodenschätze selber fördern. Dann darf man gespannt sein!

Leider hieß es nach sechs Wochen Abschied nehmen von der Türkei. Da waren wir ganz wehmütig! Die Landschaft und vor allem die freundlichen und hilfsbereiten Menschen sind einzigartig! Die Gastfreundschaft ist unbeschreiblich! Leider haben wir soooo vieles nicht anschauen können, da unser Schwerpunkt ja das Motorradfahren in der Türkei war. Also heißt es für uns: Unbedingt wiederkommen! Mit der Fähre ging es von Cesme bei Izmir nach Chios und von dort nach Piräus in Griechenland. „Techekür ederim, güle, güle!“ (Vielen Dank, auf Wiedersehen)

Von unserer Heimfahrt berichte ich Euch das nächste Mal.

Die bisherigen Etappen könnt Ihr hier im Archiv nachlesen oder unter

www.ex-sozia.de .

Ulla Kugler

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01.04.2020

ZÜNDAPP Geschichte (Buchvorstellung)

Nach dem Weltkrieg I mussten zahlreiche Rüstungsbetriebe auf zivile Erzeugnisse umstellen. Die „Zünder- und Apparatebau Gesellschaft“ in Nürnberg entschied sich nicht für Fahrräder und Autos, wohl aber zum Bau von Motorrädern. Es begann mit der Fertigung einer Kopie der englischen Levis - Zweitakter - preiswert und zuverlässig. Zündapp entwickelte sich zu den „Großen“ im deutschen Motorradbau, hinter DKW und NSU (1938). Und während des Weltkrieges II lieferte die Fabrik Solo-Motorräder und Gespanne kriegsbedingt an die Wehrmacht. So das legendäre Viertakt-Boxergespann KS 750 mit angetriebenem Seitenwagen-Rad. Nach dem Krieg nahm Zündapp die Motorradproduktion wieder auf mit leichten Zweitaktmodellen sowie den schweren Viertakt-Boxermaschinen KS 601.

Ab den 1960er Jahren verlegte man die Produktion auf Kleinkrafträder, bis durch Konkurrenzdruck aus Japan das Unternehmen 1984 Konkurs anmelden musste.

Die Geschichtsschreibung der Marke wäre nur halb ohne Erwähnung des Motorsports. 20 Prozent des Inhalts sind dem Straßenrennsport sowie allen Geländesportarten inklusive den Rekordaktivitäten gewidmet. Dem erfolgreichen Trialsport steht eine Handvoll Seiten zur Verfügung.

Der Autor hat die Geschichte des fränkisch/bayrischen Herstellers akribisch nachgezeichnet. Mit über 500 Abbildungen ist die umfangreiche Dokumentation der Geschichte von Zündapp entstanden. Das gelungene Werk wird mit artverwandten Produkten (Automobilen, Flug-, Aggregat- und Bootsmotoren, Rasenmähern, Nähmaschinen) sowie Fahrzeugen mit dem Zündapp-Logo aus Fernost abgerundet. Urteil: Nicht nur für Zündapp-Liebhaber lesenswert.

Autor: Frank Rönicke; Titel: ZÜNDAPP - Motorräder die Geschichte machten; 256 Seiten; ca.540 Abbildungen; gebunden; Ladenpreis (D) 34,90 €uro; ISBN 978-3-613-04272-8; Motorbuch

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01.04.2020

Hobbyrennsport… und es ist Corona!

Es ist Anfang Januar und wir treffen uns bei uns in der Werkstatt bzgl. Besprechung zur Trainingsvorbereitung 2020 in Spanien.

....und wir haben Corona - sogar `ne ganze Kiste voll und es schmeckt in der Vorfreude auf den Trainingsbeginn echt köstlich!!

Alle machen Pläne, berichten von den Verbesserungen am Moped im Winter, berichten, was sie alles auf dem Track in Almeria ausprobieren wollen, die Jungen prahlen mit ihren Fitness-Studio Erfolgen, die Alten prahlen eher mit den nicht gegessenen Gänsekeulen (…oder auch nicht!) - aber alle miteinander sind schon wie jedes Jahr ganz kribbelig auf das neue Kringeljahr!

Ein randvoller Terminkalender mit diversen Rennen und vor allem der Meisterschaft zum ‚Deutschen Langstrecken Cup‘ hängt an der Wand…!

Wir sind wieder dabei! Wollen bestens vorbereitet sein! Möchten besser sein als im Vorjahr! Haben Sponsoren ergattert, Termine gebucht, Kohle gespart für Nennungen und Ersatzteile! Mögen die Spiele beginnen….!

14 Tage später - Corona - nein nicht das goldgelbe in der Pulle sondern diesmal das unsichtbare, blöde kugelrunde Stachelteilchen (lt. Fotos in der Presse - sieht aus wie der Kampfstern Galaktika) beherscht die Nachrichten…in China! Gott sei dank nur dort! Ist ja weit genug weg. Kann ja nicht sooo schlimm werden…!

Nochmal 14 Tage später … ein erschreckter Anruf vom Teampartner … grad email erhalten … der Veranstalter in Spanien hat das Training abgesagt! F..ck! Watt nuuu…???

Erstmal ne Nacht drüber schlafen und dann kurze Telefonschalte (ja - neues Wort im meinem Sprachschatz) mit den Beteiligten.
Kurzum - wir müssen’s so hinnehmen und uns dann eben auf Misano in Italien konzentrieren - und - positiver Nebeneffekt - wir sparen die Kohle für die lange Reise und Sprit etc.! Humor ist wenn man trotzdem lacht!

Noch 1 Woche bis Misano - inzwischen sind die Grenzen nach Italien zu, der FC Bergamo und die Après-Ski-Bars haben halb Noritalien angesteckt, bei uns gilt ‚Kontaktminimierung‘ und ‚Anti-Socializing‘ (…wieder was neues für meinen Sprachschatz). Wir ahnen Böses….!

Und prompt - über Facebook und via email teilen die großen Renntrainingsveranstalter mit, dass bis auf weiteres alle Veranstaltungen bis mindestens Ende April abgesagt sind. Misano auch!! Uffff…..!

Nun ja, gerechnet hatten wir heimlich schon damit und es macht im Rahmen unserer Verantwortung für die ‚Risikogruppen‘ ja wohl auch Sinn. Nur…. heimlich ist man ja auch so’n kleiner Egozentriker und hat für sich gehofft, ungeschoren davon zu kommen. Ein Satz mit X…!

Also erneut - richtig : Telefonschalte! Emotionen, Verschwörungstheorien, Ablehnung, Verständnis, erstmal ein ‚Augustiner‘ aufreißen (Corona ist grad ausverkauft, genau wie’s Klopapier und Backhefe! Who the fuck hamstert Backhefe!!???). Alle guten Ideen laufen letztlich darauf hinaus - wir änderns nicht und müssen es so hinnehmen!

Dann müssen wir am Ostersamstag halt mit Mensch und Material jungfräulich zu den ‚1000km Hockenheim‘ anreisen und sozusagen ins kalte Wasser springen. Wird schon…

Jetzt wird’s ernst …. Ausgangssperre in Bayern, Homeofficezwang und Klopapierkrise!! Es geht den Bach runter… ‚Augustiner’ ist auch aus (weil’s Leergut fehlt!). Wir werden sterben… - nein nicht wirklich, aaaber es wird ernst!!

Vorgestern nun der Hobbygau! Nachdem MotoGP-, Superbike-WM- und F1-Rennen (Fußball interessierte uns eh nur ganz am Rand….!) abgesagt wurden - hat’s nun auch den Motorrad-Endurance-Sport in Deutschland erwischt :

Die 1000km am Hocke wurden seitens des DLC abgesagt! Shit!!!!!

Ja klar, hätte man sich natürlich denken können - aber wie immer versucht man natürlich sich seine persönlichen Auswirkungen schönzureden!

Also, ihr könnt’s Euch denken : Erstmal wieder - richtig - ‚Telefonschalte‘! Diesmal allerdings mit verblüffendem Verlauf! Verständnis - Solidarität mit Omma, Oppa und anderen Risikogruppen, zwei Feuerwehrleute und Polizisten in der Gruppe bitten um Verständnis in der Situation! Wir stellen alles auf ‚NULL‘. Wollen warten bis sich die Situation entspannt und dann neu für uns entscheiden, wie es weitergeht.

Sponsoren anrufen und Situation abklären…! Und nebenbei - auch mal ganz neu im Frühjahr - Geld sparen! Keine Ausgaben für Diesel, Super-plus, Maut, Reifen, Nenngebühren, Sturzteile, Ersatzteile, Verpflegung etc. … das spart plötzlich mächtig Kohle in der für gewöhnlich strapazierten Rennkasse!! Wir können endlich auch mal die ‚schwarze Null‘ schreiben!

Nicht ganz selbstverständlich ist dabei, dass sowohl in unserem Team als auch in meiner Familie mal wieder Zeit und Muße für Dinge ist, die man schon gar nicht wahrgenommen bzw. wertgeschätzt hat. Nach ein paar Tagen spürt man es! Man entschleunigt sich (…wenn man mal bewußt drauf achtet). Hat mehr Zeit für sich, die Frau und die Familie! Schätzt es plötzlich, mal wieder Zeit für ein langes Gespräch zu haben. Einen Spaziergang zu genießen - ja ich mußte erst wieder lernen, was ein Spaziergang überhaupt ist und wie der so funktioniert! Erkenntnis: Schräglage funzt nur am Hang!

Und gaaanz langsam merkt man, dass dieses neben dem Job beherrschende Thema ‚Rennerei‘ gar nicht soooo zwingend lebensnotwendig ist.

… und außerdem wird es irgendwann ja auch weiter gehen!

Wir werden wieder rundenlang im Kreis fahren, Reifen zermetzeln und Sekunden jagen!

   Bis dahin wünsche ich Euch einfach mal Gemütlichkeit, Gelassenheit und vor allem beste Gesundheit!!

Euer Tom Bartels

Fotos vom DLC

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01.04.2020

MYTHOS HARLEY DAVIDSON (Buchvorstellung)

Harley-Fahren ist mehr als nur Motorrad-Fahren. Es ist Ausdruck von Lebensgefühl gepaart mit Fahrtwind, Freiheit und sonorer Klangfülle aus dem Triebwerk. Der Autor deckt in dem Werk alle Aspekte des Komplexes Harley-Fahren ab.

Angefangen von prominenten HD-Fans wie Elvis Presley bis hin zu den legendären Modellen wie Sportster, Electra Glide WLA, Custom Bikes etc. Da fehlt auch nicht die weltweit am meisten kopierte DKW RT 125 mit dem HD-Kürzel.

Aus dem Inhalt:

-Die Geschichte

-Die Bikes

-Der Einfluss von Konkurrenzmarken

-Die Clubs/Hells Angels u.a.

-Die Pop-Kultur

-Kommunisten und Biker

-Filmwerke.

Das interessante Werk wird mit Erklärungen aller vorkommenden Bilder abgerundet.

Leserkreis: HD-Fans aller Colour, Member von Motorradclubs und Neueinsteiger in die Rockerszene, Historiker.

Autor: Darwin Holmstrom; Titel: Motor Legenden Harley-Davidson; 240 Seiten; über 140 Abbildungen; gebunden; ISBN 978-3-613-04270-4; Ladenpreis EURO(D) 29,90; Motorbuch

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01.04.2020

Zurück auf Normal

Uwe Blechinger aus Wahrenholz war mehr als 30 Jahre im Motorradsport aktiv

 „Wenn du am Start stehst, pocht das Blut durch die Adern.“ Seine Augen leuchten, wen er erzählt und unbewusst beugt  sich Uwe Blechinger (67) dabei leicht vor, so, als ob er auf seiner Cross-Maschine sitzt und gleich zum Lenker greifen wollte. Er ist noch immer bereit, sich in einem Pulk ganz nach vorne zu kämpfen, mit hohem Tempo durch die Spuren preschen, bereit zum Sprung am nächsten Sandberg - oder zum Absturz. Und der kam.

Angefangen hatte es 1977 mit Motorrad-Geländesport in der Region. Ausdauer und Zuverlässigkeit von Motorrad und Fahrer entschieden die Rennen, weniger die Geschwindigkeit. „Ich fuhr klassische Strecke von rund 80 km.“ In der B-Klasse der ADAC-Läufe sammelte Uwe Blechinger erste Erfahrungen und gewann 1980 sogar die Norddeutsche Meisterschaft.  Später kam der Aufstieg in die A-Klasse mit einer 100er Suzuki und einer 250er Bultaco, die er im Weserbergland zum Sieg führte. Bald konnte er einen passenden Sponsor finden und wechselte die Motorrad-Marke. Kawasaki- Popko aus Braunschweig stellte ihm Ausrüstung und ein passendes Krad zur Verfügung.

Die meisten Läufe waren im Süden des Landes. In der Deutschen Meisterschaft im Geländesport  fuhr Uwe Blechinger 1982 im Rennen mit Erwin Schmider. Dieser war eine Ikone im Motorrad-Geländesport und elfmal Europameister – ein Rekord der bis zum heutigen Tage von keinem anderen Fahrer erreicht werden konnte.  „Es war eine Gelegenheit zu sehen wo ich stehe bzw. wie ich fahre.“  Im Vergleich mit dem Profi sammelte er wertvolle Eindrücke. Blechinger arbeitete an seinem Fahrstil, wurde zunehmend besser. Bereits ein Jahr darauf fuhr er in Velstove auf seiner 250er Kawasaki mit 45 PS in der B-Lizenz die Norddeutsche Meisterschaft. Schon 1986 belegte er in der Klasse 2 der Norddeutschen ADAC Geländemeisterschaft den 2. Platz.

Aufgrund von Auflagen bezüglich des Umweltschutzes und von Einwänden der Gemeinden kam es zu vielen Einschränkungen und Auflagen bei den Rennen. Diese Entwicklung verbunden mit steigenden Kosten hatte dazu geführt, dass das Interesse am Geländesport zurückging. Auch bei Uwe Blechinger. Nach etwa zehn Jahren wechselte er zum Motorcross. Hier wurde auf geländetauglichen Fahrzeugen mit langen Federwegen und grobstolligen Reifen gefahren. „Beim Cross gibt es viele Sprünge und hohes Tempo. Der Schnellste darf am Start der Erste sein. Im Vergleich dazu war der Geländesport anspruchsvoller, da die Strecken oft unberechenbar waren und teilweise  über  öffentlichen Straßen gingen.“  Cross fand dagegen auf abgesperrten, nicht öffentlichen Gelände statt und die Motorräder brauchten weder über Beleuchtung, Hupe, noch über Ständer oder Kennzeichenhalter zu verfügen. „Das machte es einfacher und billiger.“

Was Blechinger davor nur so nebenbei gefahren ist, konnte er nun bei 8-12 Rennterminen im Jahr gezielt ausleben. Seine Körpergröße von nicht einmal 1,70 Meter war beim Geländesport etwas hinderlich gewesen, jedoch beim Motorcross eher von Vorteil. Selten war der Hintern auf der Sitzbank.  „Der Reiz lag darin, in extremen Situationen mit hohem Tempo zu fahren. Und, wie ich darauf reagieren würde“, erklärt Uwe dazu. Ein Stück Selbsterfahrung.

Seine Familie passte sich den Terminen in der Rennsaison an. „Zuhause sind wir selten gewesen!“ Stollen, Schweiß und Staub begleiteten ihn ständig. Oft auf Achse. Ein Leben außerhalb der gewohnten Normalität. Seine berufliche Tätigkeit führte Blechinger 1993 ins Ausland. In Südafrika, wo er ein Jahr blieb,  nahm er an Rennen in Kapstadt teil. „Ich besorgte mir eine 125er Kawasaki in Johannesburg.“

Zurück in Deutschland holte sich Blechinger im Folgejahr auf einer 60 PS starken Kawasaki KX 250 mit der Startnummer 619 den Norddeutschen Meisterschaftstitel im Motorcross. Weitere Siege folgten.

Ende der 90er Jahre schickte ihn sein Arbeitgeber nach Puebla in Mexico. Blechinger blieb fünf Jahre. Und auch in dieser Zeit nahm er an seinen freien Wochenenden an Motorcross-Rennen teil. Ihm zu Ehren richteten die dortigen Motorsportfreunde  zum Abschied im Jahr 2001 eine „Campeonato Super Cross“, ein Meisterschaftsrennen aus. Ein Poster von damals hängt in seinem Pokalzimmer.

Die Regale dort sind gefüllt mit glänzenden Pokalen, Medaillen und Fotografien. Wie viele es sind, weiß der ehemalige Rennfahrer nicht. An die hundert Auszeichnungen mögen es sein, eher mehr. „Pokale sind eine Bestätigung, zu den ersten Fünf im Geländesport oder den ersten Drei im Cross gehört zu haben“, sagt er lächelnd. Er gehörte unübersehbar oft dazu. „Während der Saison hieß es Punkte sammeln. Mir ging es immer darum, die richtige Spur zu finden, um Sekunden herauszuholen.“ Vollgas für den Körper . Natürlich nicht ohne Folgen. Verletzungen hatte er genug. Gebrochene Rippen und die Schulter sind Beispiele dafür.

Uwe Blechinger wurde 2004  Norddeutscher ADAC-Motor-Cross-Cup-Sieger in der Seniorenklasse. Seine letzte 2-Takt-Maschine besorgte ihm sein neuer Sponsor Kawasaki-Oetke in Uelzen allerdings aus England. In Deutschland waren die Modelle nicht mehr zu bekommen. So musste sich der Crossfahrer aus Wahrenholz Ende der 2000er Jahre gezwungenermaßen auf Viertaktmotoren umstellen. Wie bei den anderen Herstellern fristeten die Zweitakter auch bei Kawasaki ein Schattendasein und wurden nicht mehr weiterentwickelt und alsbald aus dem Angebot gestrichen. Die neuen KX-F-Viertakter mit 42 PS spielten von nun an die Hauptrolle im Cross-Programm, und blieben es auch mit kleineren Modifikationen, wie den überarbeiteten Federelementen  und der verbesserten Standfestigkeit.

Wie schon 1994 und 2004 schaffte es Uwe Blechinger auch 2010 zum Norddeutschen Motorcrossmeister. Jetzt, mit sechzig Lebensjahren, in der Klasse 50 Plus. In dieser Klasse fuhr er bis ins Jahr 2012.

Brütende Hitze lag im August über der Rosshöhe bei Westerhausen im Harz. Auf der Cross-Strecke versuchte sich Blechinger  im ersten Lauf vom 6. Platz nach vorne zu kämpfen. In der dritten Runde passierte es dann: Ein Blackout. Er verlor die Kontrolle über sich und seine Maschine, ließ den Lenker los– am Hang! Rund zehn Meter stürzte er mit seinem Motorrad in die Tiefe. Ein Hirn-Schädel-Trauma beendete seine Karriere. Seitdem musste er lernen vom aktiven Motorsport loszulassen, sein Leben umzustellen – zurück auf Normal.

In seiner Motorradsammlung sind keine Maschinen aus seiner aktiven Zeit vorhanden, nur die Kawasaki mit der er den Unfall hatte steht in der Garage. Sie kaum etwas abbekommen. Beim Motorcross Club Helmstedt gibt Uwe Blechinger Erfahrungen und Tipps an jüngere Fahrer weiter. Auch dreht er noch die eine oder andere Trainingsrunde.

Bis heute füllt der Motosport sein Herz aus und gerne würde er zurück ins Rennen. „Diese Zeiten sind vorbei“, sagte er jedoch ohne Wehmut oder Melancholie in der Stimme. Er ist mehr als 34 Jahre gefahren, hatte eine tolle Zeit, auch wenn er damit sehr oft das Leben seiner Familie bestimmt hat. Für sie gab es Abstriche und Einschränkungen, sonst hätte es nicht funktioniert. Ein Rückblick und eine Erkenntnis mit Nachgeschmack. Natürlich weiß er was nach dem Unfall geblieben ist: Pokale, Fotos und Erinnerungen. Und ein Leben. Zusammen mit seiner Familie.
Text & Fotos: Tobias Tantius

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