Güma´s interaktive Motorradzeitschrift 2020

GiMZ

Zweites Vierteljahr 2020

April - Juni

Diese Motorradzeitschrift erscheint monatlich und soll für alle Bundesländer informieren. Mitarbeit erwünscht. Beiträge bitte per eMail zusenden, Bilder als .jpg in der Größe ca. 720 x 540 pixel = ca.1 MB, 25 x 28 cm (Bilder können auch von uns in der Größe geändert werden). Allen Texte müssen der Name und die Adresse des Autors beigefügt sein (an den Beitrag wird nur der Name oder das Kürzel des Autors angehängt). Beiträge werden redaktionell überprüft. Die Haftung für den jeweiligen Beitrag incl. der Bilder obliegt dem Autor.

(Sollte sich dieses Projekt in vernünftigem Rahmen aufbauen, kann ohne weiteres die Grundlage aus dem privaten Bereich herausgenommen und als eigenständig Internetseite  geführt werden!)

Zeitnahe Berichte - von Motorradfahrern

für Motorradfahrer

(Wir können natürlich nicht immer selbst bei allen  Veranstaltungen sein. Deswegen meine Bitte, schickt Text und drei bis sechs Fotos von Veranstaltungen, die ihr besucht habt. Das ist wichtig! Und ihr unterstüzt damit die GiMZ.)

Bitte Eure Berichte mit drei bis sechs Fotos über eMail:

G.Machalett@gmx.de

oder per Post  an:

Redaktion für Motorrad-Infos in Niedersachsen,

Postfach 43, 38316 Hornburg

zusenden

als Betreff bitte angeben: Beitrag für GiMZ (Veranstaltung)

Bilder können durch anklicken vergrößert werden!

Dann sind auch die Bildtitel zu lesen!

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Achtung! Wichtiger Hinweis:

Auf Grund der vielen und umfangreichen Beiträge mussten wir die Ausgabe der GiMZ in 4 Ausgaben  teilen.

Erste Ausgabe ist die GiMZ von Januar bis März, zweite Ausgabe April bis Juni, dritte Ausgabe von Juli bis September, vierte Ausgabe von Oktober  bis Dezember.

Zu den vorherigen Ausgaben der GiMZ bitte links in der Navigation anklicken!

08.04.2020

Wilbers-BMW-Racing in Zeiten von Corona

Corona hat die gesamte Sportwelt fest im Griff und nun fragen wir uns, welche massiven Auswirkungen das auf unsere Aktivitäten auf den im Rahmen der IDM stattfindenden BMW BoxerCup haben wird.

Der geplante Frühjahrstest in Valencia vom 15. bis 20. März ist am Tor der Rennstrecke kurzfristig abgesagt worden. Die Ereignisse überschlugen sich. Aufgrund des Virus wurde bei Ankunft der Mannschaft diese auch gleich nach Hause geschickt, ein Drama.Das Corona Virus zwang unser Team, schnellstmöglich das Land zu verlassen.

Als Promoter des BMW BoxerCup und Betreiber des Wilbers-BMW-Racingteams in der IDM rücken Dinge in den Fokus, die für alle in der Branche - vom Hersteller, Veranstalter und Promotor sowie Händler - gleich sein dürften. Für die allermeisten, also auch für uns, geht es darum, den Fortbestand des Unternehmens und den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern sowie darum, den wirtschaftlichen Schaden durch die vielen Pandemie-Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.

Niemand konnte mit solchen massiven Auswirkungen und Einschränkungen rechnen. Bereits jetzt sind große Events wie die olympischen Sommerspiele oder die Fussball-EM auf 2021 verschoben, zahlreiche andere Veranstaltungen bis in den Juni hinein abgesag

Es bleibt leider nur abzuwarten, welche Entscheidungen der Verantwortlichen in den nächsten Wochen getroffen werden.Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Wir wünschen alle Beteiligten das Wichtigste in dieser Zeit: viel Gesundheid und kommt gut durch die Pandemie!

weitere Infos: www.bmw-boxer-cup.de

Ihr Team „Wilbers-BMW-Racing“

Pt.  (Textüberarbeitung: Güma)

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06.04.2020

ET-ZWEIRAD

MUSEUM

RäderMenschen&Geschichten

Familie Tantius, Birkenweg 18, 38524 Sassenburg-Grußendorf,

Tel. 05379-1669

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602 Türkische Grenze bei Tarnovo
602 Türkische Grenze bei Tarnovo

01.04.2020

4. Teil der Reise zum Schwarzen Meer (Türkei)

Strecke: Kirkareli, Cerkezköy, Agva, B 10, Zonguldak, Sinop, Amasya, Sorgun, Göreme, E 90, Mersin, B 400, Anamur, Antalya, Fethiye, Marmaris, B 550, Selcuk, Cesme; ca. 4.000 km, 33 Tage,

15 Unterkünfte, Wetter: sonnig, bewölkt,

wenige Schauer, teilweise windig, 25 bis 40 Grad.

Das hatten wir uns ja nie träumen lassen, mal auf dem Motorrad von Deutschland aus in die Türkei zu reisen! Wir, das bin ich, Exsozia Ulla auf meiner weißen Yamaha MT 07 und Thomas auf seiner roten Goldwing. Abenteuer pur war angesagt.

Nach Österreich, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien war die Türkei das sechste Ausland unserer Reise zum Schwarzen Meer. Und dieses Land hat es in sich, sage ich Euch!

Die Türkei ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Die größte Stadt ist Istanbul, die einzige Stadt auf der Welt auf zwei Kontinenten (Europa und Asien). Das Land hat eine rund 9.000jährige Geschichte. Hethiter, Griechen, Römer, Byzantiner, Osmanen und viele andere Völker haben hier gelebt und steinerne Zeugen hinterlassen. Daher gibt es extrem viel zu bestaunen.

Nach etwa 45 Minuten an dem kleinen Grenzübergang Tarnovo von Bulgarien in die Türkei war die Abfertigung überstanden und Thomas hisste traditionell die Landesflagge, den Halbmond mit Stern auf rotem Grund.

Dann ging es über eine perfekte sechsspurige Autobahn durch den europäischen Teil der Türkei, das ehemalige Thrakien. Wir haben mächtig über die guten Straßen gestaunt, ebenso wie über den neuen Istanbuler Flughafen im Norden, der angeblich in nur drei (!) Jahren fertig gestellt wurde. Da mag man gar nicht an Berlin denken!

Ein Hammerbauwerk ist auch die neue Brücke über den Bosporus, die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke, die nördlichste Brücke über die 30 km lange Meerenge. 2016 eröffnet nach nur vierjähriger (!) Bauzeit, 1.408 Meter lang und 59 Meter breit. Sie ist achtspurig und als Hängebrücke konzipiert. Sensationell! (Maut für die Brücke: 7 Euro für 1 Motorrad)

Nun waren wir im Orient angekommen. Jedes Dorf hat seine eigene Moschee und mehrmals am Tag ruft der Muezzin. Rund 99 Prozent der Türken sind Moslems, überwiegend Sunniten. Doch der Islam wird hier sehr unterschiedlich gelebt, so mein Eindruck. Man sieht traditionell gekleidete, auch jüngere Frauen ebenso wie westlich gekleidete Frauen. In Restaurants gibt es auch alkoholische Getränke und lange nicht alle folgen dem Ruf des Muezzin. Im Schwimmbad sieht man muslimische Mädchen im Burkini ebenso wie Frauen im Bikini. Alle scheinen sich zu tolerieren. Faszinierend! Okay, ich als Frau auf dem Motorrad war etwas außergewöhnlich und wurde bestaunt.

Und ebenfalls haben wir gestaunt über das Schwarze Meer! Das ist ja gar nicht schwarz, stellten wir fest! Je nach Wetterlage ist es blau, grau, türkis wie jedes andere Meer auch. Das Binnenmeer, das über den Bosporus mit dem Mittelmeer verbunden ist, hat eine Tiefe bis zu 2.200 Meter. Es ist landschaftlich sehr reizvoll mit Sand- und Kiesstränden, Badebuchten, Felsküsten und netten Hafenstädtchen. Das Klima ist ausgeglichener als am Mittelmeer, wenngleich etwas regenreicher. Man konnte im Juni schon bei 22 Grad im Meer schwimmen.

Wir hatten uns vorgenommen, bis Sinop an der türkischen Schwarzmeerküste entlang zu fahren, einer landschaftlich als besonders schön empfohlenen Strecke. Doch der Weg von Zonguldak bis Inebolu hatte es in sich! Die Küstenstraße führte in Serpentinen rauf und runter über gefühlte 50 Flusseinmündungen von jeweils fast Meereshöhe auf rund 300 Meter. Da kamen bei sieben Stunden reiner Fahrzeit etliche Höhenmeter zusammen! Das alles bei einem katastrophalen Straßenzustand, gespickt mit Hindernissen wie Kühen, Kuhmist, Hunden, Hühnern, Baustellen mit Schotter. Man muss aber dabei sagen, dass dieser Straßenzustand inzwischen in der Türkei die Ausnahme ist. Die Ausblicke auf das Meer und die tolle Küste haben sich aber auf jeden Fall gelohnt!

Nach einer kleinen Kletterpartie auf die Stadtmauer hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Hafen von Sinop. Er ist einer der schönsten Naturhäfen der türkischen Schwarzmeerküste und über 2.700 Jahre alt. Hier lebte der Philosoph Diogenes. Heute ist Sinop ein beliebtes Ausflugsziel der Türken mit toller Promenade. Als Fahrzeuge dienen viele Elektro-Dreirad-Roller, ganz fortschrittlich! (Mein Tipp: Unbedingt auf die alte Stadtmauer steigen!)

Wir waren übrigens ganz begeistert, wie hier in der Türkei die moderne und die traditionelle Lebensart zusammenpassen. Über den gegenseitigen Respekt in allen Generationen können wir uns nur wundern. Das müssen wir in Deutschland erst mal hinbekommen!

Nun hieß es abbiegen in Richtung Süden. Nächste Station war die Kleinstadt Amasya, die mit etlichen historischen Fachwerkhäusern entlang des Flusses Yesilirmak aufwartet. Jeden Abend gibt es dort im Sommer farbenprächtige Wasserspiele mit Musik. Wir waren begeistert!

Nach kurzer Zeit hatten wir in der Türkei ein neues Lieblingsgericht: Gözleme, mit Käse und Gemüse gefüllte Crepes, ein leichter Imbiss für den kleinen Hunger. Lecker! Aber auch andere Spezialitäten haben wir genossen, so die kleinen Köfte ähnlich unseren Frikadellen, Kebab, Joghurt mit Honig und Nüssen und Baklava. Da läuft mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammen!

Dann wurde unser Traum war: Auf dem Weg nach Süden erreichten wir im Landesinneren Kappadokien. Die Landschaft um Göreme ist einzigartig und UNESCO-Weltkulturerbe. Hier lebten schon in prähistorischer Zeit Menschen. Die ersten Christen versteckten sich in unterirdischen Höhlen und Städten vor den Römern und bauten dort über 350 Kirchen in die Berge. Heute kann man in vielen komfortablen Höhlenhotes übernachten. Hier in Kappadokien hat die Natur durch Eruption vieler Vulkane und späterer Erosion durch Regen und Wind tolle Steinformen geschaffen wie die Feenkamine und Zauberhüte. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. (Tipps: Göreme Freilichtmuseum, Avanos, Zelve, Ürgüp, unterirdische Städte in Kaymakli und Derinkuyu, Ihlara-Tal. Möglich auch: Flug bis Ankara, Fahrzeug mieten.)

Ein Höhepunkt unserer Reise war ohne Frage eine Ballonfahrt über Kappadokien bei Sonnenaufgang. Das war ein einzigartiges Erlebnis! So schön war die Landschaft unter uns und die vielen anderen bunten Ballons in der Luft! Und das Besondere: Wir hatten eine Frau als Pilotin und ein Pärchen hat sich an Bord verlobt!  (Kosten: ca. 180 bis 250 Euro p.P., 1 Std. Fahrzeit, Transfer, Imbiss, Urkunde)

Erstaunt waren wir über den fast überall guten Zustand der Überlandstraßen in der Türkei. Sogar hier in Anatolien und im Taurusgebirge auf der E 90 in Richtung Mersin gibt es neueste vierspurige Schnellstraßen mit Standstreifen über Brücken und durch Tunnel! Alle Straßen total leer! Davon können wir in Deutschland nur träumen!

Ebenso fortschrittlich ist die Netzverbindung. Fast überall gab es eine LTE- oder 5G-Internetverbindung.

Bei Mersin erreichten wir schließlich das Mittelmeer und folgten der gut ausgebauten Küstenschnellstraße 400 Richtung Westen. An manchen Stellen ist die Straße aber noch ursprünglicher mit tollen Kurven und Ausblicken. Nun fuhren wir an der Küste entlang von Mersin im Osten nach Marmaris im Westen. Bei Silifke gingen wir zur Erfrischung in einer kleinen Bucht baden.

Am besten genießt man aber die türkische Mittelmeerküste (besonders zwischen Fethiye und Marmaris) vom Boot aus bei einer Insel-Tagestour mit Baden in einsamen Buchten und Picknick an Bord. (Tipp: Statt Pauschalangeboten auf großen Schiffen lieber privat ein kleines Boot mieten. Nicht viel teurer.)

Unser Obst wurde übrigens ganz frisch auf einem Markt in Fethiye eingekauft. Hier duftet es an jeder Ecke und man darf dort alles probieren! Die Bauern bringen mit den tollsten Fahrzeugen Nachschub für die zahlreichen Stände.

Häufig sahen wir auf Flaggen eine bestimmte Person mit einem Fez auf dem Kopf. Uns wurde erklärt, das sei Mustafa Kemal Atatürk, der türkische Staatsgründer. Er gründete nach einem erfolgreichen Widerstand gegen die Sieger des Ersten Weltkriegs 1923 die Türkische Republik und modernisierte den Staat im Inneren. Frauen wurden gleichberechtigt und bekamen das Wahlrecht. Heute ist er für viele Türken ein Vorbild und Symbol für den Widerstand. Im Jahr 2023 endet übrigens der 100jährige Knebelvertrag von Lausanne und die Türken dürfen wieder ihre nicht unerheblichen Bodenschätze selber fördern. Dann darf man gespannt sein!

Leider hieß es nach sechs Wochen Abschied nehmen von der Türkei. Da waren wir ganz wehmütig! Die Landschaft und vor allem die freundlichen und hilfsbereiten Menschen sind einzigartig! Die Gastfreundschaft ist unbeschreiblich! Leider haben wir soooo vieles nicht anschauen können, da unser Schwerpunkt ja das Motorradfahren in der Türkei war. Also heißt es für uns: Unbedingt wiederkommen! Mit der Fähre ging es von Cesme bei Izmir nach Chios und von dort nach Piräus in Griechenland. „Techekür ederim, güle, güle!“ (Vielen Dank, auf Wiedersehen)

Von unserer Heimfahrt berichte ich Euch das nächste Mal.

Die bisherigen Etappen könnt Ihr hier im Archiv nachlesen oder unter

www.ex-sozia.de .

Ulla Kugler

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01.04.2020

ZÜNDAPP Geschichte (Buchvorstellung)

Nach dem Weltkrieg I mussten zahlreiche Rüstungsbetriebe auf zivile Erzeugnisse umstellen. Die „Zünder- und Apparatebau Gesellschaft“ in Nürnberg entschied sich nicht für Fahrräder und Autos, wohl aber zum Bau von Motorrädern. Es begann mit der Fertigung einer Kopie der englischen Levis - Zweitakter - preiswert und zuverlässig. Zündapp entwickelte sich zu den „Großen“ im deutschen Motorradbau, hinter DKW und NSU (1938). Und während des Weltkrieges II lieferte die Fabrik Solo-Motorräder und Gespanne kriegsbedingt an die Wehrmacht. So das legendäre Viertakt-Boxergespann KS 750 mit angetriebenem Seitenwagen-Rad. Nach dem Krieg nahm Zündapp die Motorradproduktion wieder auf mit leichten Zweitaktmodellen sowie den schweren Viertakt-Boxermaschinen KS 601.

Ab den 1960er Jahren verlegte man die Produktion auf Kleinkrafträder, bis durch Konkurrenzdruck aus Japan das Unternehmen 1984 Konkurs anmelden musste.

Die Geschichtsschreibung der Marke wäre nur halb ohne Erwähnung des Motorsports. 20 Prozent des Inhalts sind dem Straßenrennsport sowie allen Geländesportarten inklusive den Rekordaktivitäten gewidmet. Dem erfolgreichen Trialsport steht eine Handvoll Seiten zur Verfügung.

Der Autor hat die Geschichte des fränkisch/bayrischen Herstellers akribisch nachgezeichnet. Mit über 500 Abbildungen ist die umfangreiche Dokumentation der Geschichte von Zündapp entstanden. Das gelungene Werk wird mit artverwandten Produkten (Automobilen, Flug-, Aggregat- und Bootsmotoren, Rasenmähern, Nähmaschinen) sowie Fahrzeugen mit dem Zündapp-Logo aus Fernost abgerundet. Urteil: Nicht nur für Zündapp-Liebhaber lesenswert.

Autor: Frank Rönicke; Titel: ZÜNDAPP - Motorräder die Geschichte machten; 256 Seiten; ca.540 Abbildungen; gebunden; Ladenpreis (D) 34,90 €uro; ISBN 978-3-613-04272-8; Motorbuch

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01.04.2020

Hobbyrennsport… und es ist Corona!

Es ist Anfang Januar und wir treffen uns bei uns in der Werkstatt bzgl. Besprechung zur Trainingsvorbereitung 2020 in Spanien.

....und wir haben Corona - sogar `ne ganze Kiste voll und es schmeckt in der Vorfreude auf den Trainingsbeginn echt köstlich!!

Alle machen Pläne, berichten von den Verbesserungen am Moped im Winter, berichten, was sie alles auf dem Track in Almeria ausprobieren wollen, die Jungen prahlen mit ihren Fitness-Studio Erfolgen, die Alten prahlen eher mit den nicht gegessenen Gänsekeulen (…oder auch nicht!) - aber alle miteinander sind schon wie jedes Jahr ganz kribbelig auf das neue Kringeljahr!

Ein randvoller Terminkalender mit diversen Rennen und vor allem der Meisterschaft zum ‚Deutschen Langstrecken Cup‘ hängt an der Wand…!

Wir sind wieder dabei! Wollen bestens vorbereitet sein! Möchten besser sein als im Vorjahr! Haben Sponsoren ergattert, Termine gebucht, Kohle gespart für Nennungen und Ersatzteile! Mögen die Spiele beginnen….!

14 Tage später - Corona - nein nicht das goldgelbe in der Pulle sondern diesmal das unsichtbare, blöde kugelrunde Stachelteilchen (lt. Fotos in der Presse - sieht aus wie der Kampfstern Galaktika) beherscht die Nachrichten…in China! Gott sei dank nur dort! Ist ja weit genug weg. Kann ja nicht sooo schlimm werden…!

Nochmal 14 Tage später … ein erschreckter Anruf vom Teampartner … grad email erhalten … der Veranstalter in Spanien hat das Training abgesagt! F..ck! Watt nuuu…???

Erstmal ne Nacht drüber schlafen und dann kurze Telefonschalte (ja - neues Wort im meinem Sprachschatz) mit den Beteiligten.
Kurzum - wir müssen’s so hinnehmen und uns dann eben auf Misano in Italien konzentrieren - und - positiver Nebeneffekt - wir sparen die Kohle für die lange Reise und Sprit etc.! Humor ist wenn man trotzdem lacht!

Noch 1 Woche bis Misano - inzwischen sind die Grenzen nach Italien zu, der FC Bergamo und die Après-Ski-Bars haben halb Noritalien angesteckt, bei uns gilt ‚Kontaktminimierung‘ und ‚Anti-Socializing‘ (…wieder was neues für meinen Sprachschatz). Wir ahnen Böses….!

Und prompt - über Facebook und via email teilen die großen Renntrainingsveranstalter mit, dass bis auf weiteres alle Veranstaltungen bis mindestens Ende April abgesagt sind. Misano auch!! Uffff…..!

Nun ja, gerechnet hatten wir heimlich schon damit und es macht im Rahmen unserer Verantwortung für die ‚Risikogruppen‘ ja wohl auch Sinn. Nur…. heimlich ist man ja auch so’n kleiner Egozentriker und hat für sich gehofft, ungeschoren davon zu kommen. Ein Satz mit X…!

Also erneut - richtig : Telefonschalte! Emotionen, Verschwörungstheorien, Ablehnung, Verständnis, erstmal ein ‚Augustiner‘ aufreißen (Corona ist grad ausverkauft, genau wie’s Klopapier und Backhefe! Who the fuck hamstert Backhefe!!???). Alle guten Ideen laufen letztlich darauf hinaus - wir änderns nicht und müssen es so hinnehmen!

Dann müssen wir am Ostersamstag halt mit Mensch und Material jungfräulich zu den ‚1000km Hockenheim‘ anreisen und sozusagen ins kalte Wasser springen. Wird schon…

Jetzt wird’s ernst …. Ausgangssperre in Bayern, Homeofficezwang und Klopapierkrise!! Es geht den Bach runter… ‚Augustiner’ ist auch aus (weil’s Leergut fehlt!). Wir werden sterben… - nein nicht wirklich, aaaber es wird ernst!!

Vorgestern nun der Hobbygau! Nachdem MotoGP-, Superbike-WM- und F1-Rennen (Fußball interessierte uns eh nur ganz am Rand….!) abgesagt wurden - hat’s nun auch den Motorrad-Endurance-Sport in Deutschland erwischt :

Die 1000km am Hocke wurden seitens des DLC abgesagt! Shit!!!!!

Ja klar, hätte man sich natürlich denken können - aber wie immer versucht man natürlich sich seine persönlichen Auswirkungen schönzureden!

Also, ihr könnt’s Euch denken : Erstmal wieder - richtig - ‚Telefonschalte‘! Diesmal allerdings mit verblüffendem Verlauf! Verständnis - Solidarität mit Omma, Oppa und anderen Risikogruppen, zwei Feuerwehrleute und Polizisten in der Gruppe bitten um Verständnis in der Situation! Wir stellen alles auf ‚NULL‘. Wollen warten bis sich die Situation entspannt und dann neu für uns entscheiden, wie es weitergeht.

Sponsoren anrufen und Situation abklären…! Und nebenbei - auch mal ganz neu im Frühjahr - Geld sparen! Keine Ausgaben für Diesel, Super-plus, Maut, Reifen, Nenngebühren, Sturzteile, Ersatzteile, Verpflegung etc. … das spart plötzlich mächtig Kohle in der für gewöhnlich strapazierten Rennkasse!! Wir können endlich auch mal die ‚schwarze Null‘ schreiben!

Nicht ganz selbstverständlich ist dabei, dass sowohl in unserem Team als auch in meiner Familie mal wieder Zeit und Muße für Dinge ist, die man schon gar nicht wahrgenommen bzw. wertgeschätzt hat. Nach ein paar Tagen spürt man es! Man entschleunigt sich (…wenn man mal bewußt drauf achtet). Hat mehr Zeit für sich, die Frau und die Familie! Schätzt es plötzlich, mal wieder Zeit für ein langes Gespräch zu haben. Einen Spaziergang zu genießen - ja ich mußte erst wieder lernen, was ein Spaziergang überhaupt ist und wie der so funktioniert! Erkenntnis: Schräglage funzt nur am Hang!

Und gaaanz langsam merkt man, dass dieses neben dem Job beherrschende Thema ‚Rennerei‘ gar nicht soooo zwingend lebensnotwendig ist.

… und außerdem wird es irgendwann ja auch weiter gehen!

Wir werden wieder rundenlang im Kreis fahren, Reifen zermetzeln und Sekunden jagen!

   Bis dahin wünsche ich Euch einfach mal Gemütlichkeit, Gelassenheit und vor allem beste Gesundheit!!

Euer Tom Bartels

Fotos vom DLC

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01.04.2020

MYTHOS HARLEY DAVIDSON (Buchvorstellung)

Harley-Fahren ist mehr als nur Motorrad-Fahren. Es ist Ausdruck von Lebensgefühl gepaart mit Fahrtwind, Freiheit und sonorer Klangfülle aus dem Triebwerk. Der Autor deckt in dem Werk alle Aspekte des Komplexes Harley-Fahren ab.

Angefangen von prominenten HD-Fans wie Elvis Presley bis hin zu den legendären Modellen wie Sportster, Electra Glide WLA, Custom Bikes etc. Da fehlt auch nicht die weltweit am meisten kopierte DKW RT 125 mit dem HD-Kürzel.

Aus dem Inhalt:

-Die Geschichte

-Die Bikes

-Der Einfluss von Konkurrenzmarken

-Die Clubs/Hells Angels u.a.

-Die Pop-Kultur

-Kommunisten und Biker

-Filmwerke.

Das interessante Werk wird mit Erklärungen aller vorkommenden Bilder abgerundet.

Leserkreis: HD-Fans aller Colour, Member von Motorradclubs und Neueinsteiger in die Rockerszene, Historiker.

Autor: Darwin Holmstrom; Titel: Motor Legenden Harley-Davidson; 240 Seiten; über 140 Abbildungen; gebunden; ISBN 978-3-613-04270-4; Ladenpreis EURO(D) 29,90; Motorbuch

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01.04.2020

Zurück auf Normal

Uwe Blechinger aus Wahrenholz war mehr als 30 Jahre im Motorradsport aktiv

 „Wenn du am Start stehst, pocht das Blut durch die Adern.“ Seine Augen leuchten, wen er erzählt und unbewusst beugt  sich Uwe Blechinger (67) dabei leicht vor, so, als ob er auf seiner Cross-Maschine sitzt und gleich zum Lenker greifen wollte. Er ist noch immer bereit, sich in einem Pulk ganz nach vorne zu kämpfen, mit hohem Tempo durch die Spuren preschen, bereit zum Sprung am nächsten Sandberg - oder zum Absturz. Und der kam.

Angefangen hatte es 1977 mit Motorrad-Geländesport in der Region. Ausdauer und Zuverlässigkeit von Motorrad und Fahrer entschieden die Rennen, weniger die Geschwindigkeit. „Ich fuhr klassische Strecke von rund 80 km.“ In der B-Klasse der ADAC-Läufe sammelte Uwe Blechinger erste Erfahrungen und gewann 1980 sogar die Norddeutsche Meisterschaft.  Später kam der Aufstieg in die A-Klasse mit einer 100er Suzuki und einer 250er Bultaco, die er im Weserbergland zum Sieg führte. Bald konnte er einen passenden Sponsor finden und wechselte die Motorrad-Marke. Kawasaki- Popko aus Braunschweig stellte ihm Ausrüstung und ein passendes Krad zur Verfügung.

Die meisten Läufe waren im Süden des Landes. In der Deutschen Meisterschaft im Geländesport  fuhr Uwe Blechinger 1982 im Rennen mit Erwin Schmider. Dieser war eine Ikone im Motorrad-Geländesport und elfmal Europameister – ein Rekord der bis zum heutigen Tage von keinem anderen Fahrer erreicht werden konnte.  „Es war eine Gelegenheit zu sehen wo ich stehe bzw. wie ich fahre.“  Im Vergleich mit dem Profi sammelte er wertvolle Eindrücke. Blechinger arbeitete an seinem Fahrstil, wurde zunehmend besser. Bereits ein Jahr darauf fuhr er in Velstove auf seiner 250er Kawasaki mit 45 PS in der B-Lizenz die Norddeutsche Meisterschaft. Schon 1986 belegte er in der Klasse 2 der Norddeutschen ADAC Geländemeisterschaft den 2. Platz.

Aufgrund von Auflagen bezüglich des Umweltschutzes und von Einwänden der Gemeinden kam es zu vielen Einschränkungen und Auflagen bei den Rennen. Diese Entwicklung verbunden mit steigenden Kosten hatte dazu geführt, dass das Interesse am Geländesport zurückging. Auch bei Uwe Blechinger. Nach etwa zehn Jahren wechselte er zum Motorcross. Hier wurde auf geländetauglichen Fahrzeugen mit langen Federwegen und grobstolligen Reifen gefahren. „Beim Cross gibt es viele Sprünge und hohes Tempo. Der Schnellste darf am Start der Erste sein. Im Vergleich dazu war der Geländesport anspruchsvoller, da die Strecken oft unberechenbar waren und teilweise  über  öffentlichen Straßen gingen.“  Cross fand dagegen auf abgesperrten, nicht öffentlichen Gelände statt und die Motorräder brauchten weder über Beleuchtung, Hupe, noch über Ständer oder Kennzeichenhalter zu verfügen. „Das machte es einfacher und billiger.“

Was Blechinger davor nur so nebenbei gefahren ist, konnte er nun bei 8-12 Rennterminen im Jahr gezielt ausleben. Seine Körpergröße von nicht einmal 1,70 Meter war beim Geländesport etwas hinderlich gewesen, jedoch beim Motorcross eher von Vorteil. Selten war der Hintern auf der Sitzbank.  „Der Reiz lag darin, in extremen Situationen mit hohem Tempo zu fahren. Und, wie ich darauf reagieren würde“, erklärt Uwe dazu. Ein Stück Selbsterfahrung.

Seine Familie passte sich den Terminen in der Rennsaison an. „Zuhause sind wir selten gewesen!“ Stollen, Schweiß und Staub begleiteten ihn ständig. Oft auf Achse. Ein Leben außerhalb der gewohnten Normalität. Seine berufliche Tätigkeit führte Blechinger 1993 ins Ausland. In Südafrika, wo er ein Jahr blieb,  nahm er an Rennen in Kapstadt teil. „Ich besorgte mir eine 125er Kawasaki in Johannesburg.“

Zurück in Deutschland holte sich Blechinger im Folgejahr auf einer 60 PS starken Kawasaki KX 250 mit der Startnummer 619 den Norddeutschen Meisterschaftstitel im Motorcross. Weitere Siege folgten.

Ende der 90er Jahre schickte ihn sein Arbeitgeber nach Puebla in Mexico. Blechinger blieb fünf Jahre. Und auch in dieser Zeit nahm er an seinen freien Wochenenden an Motorcross-Rennen teil. Ihm zu Ehren richteten die dortigen Motorsportfreunde  zum Abschied im Jahr 2001 eine „Campeonato Super Cross“, ein Meisterschaftsrennen aus. Ein Poster von damals hängt in seinem Pokalzimmer.

Die Regale dort sind gefüllt mit glänzenden Pokalen, Medaillen und Fotografien. Wie viele es sind, weiß der ehemalige Rennfahrer nicht. An die hundert Auszeichnungen mögen es sein, eher mehr. „Pokale sind eine Bestätigung, zu den ersten Fünf im Geländesport oder den ersten Drei im Cross gehört zu haben“, sagt er lächelnd. Er gehörte unübersehbar oft dazu. „Während der Saison hieß es Punkte sammeln. Mir ging es immer darum, die richtige Spur zu finden, um Sekunden herauszuholen.“ Vollgas für den Körper . Natürlich nicht ohne Folgen. Verletzungen hatte er genug. Gebrochene Rippen und die Schulter sind Beispiele dafür.

Uwe Blechinger wurde 2004  Norddeutscher ADAC-Motor-Cross-Cup-Sieger in der Seniorenklasse. Seine letzte 2-Takt-Maschine besorgte ihm sein neuer Sponsor Kawasaki-Oetke in Uelzen allerdings aus England. In Deutschland waren die Modelle nicht mehr zu bekommen. So musste sich der Crossfahrer aus Wahrenholz Ende der 2000er Jahre gezwungenermaßen auf Viertaktmotoren umstellen. Wie bei den anderen Herstellern fristeten die Zweitakter auch bei Kawasaki ein Schattendasein und wurden nicht mehr weiterentwickelt und alsbald aus dem Angebot gestrichen. Die neuen KX-F-Viertakter mit 42 PS spielten von nun an die Hauptrolle im Cross-Programm, und blieben es auch mit kleineren Modifikationen, wie den überarbeiteten Federelementen  und der verbesserten Standfestigkeit.

Wie schon 1994 und 2004 schaffte es Uwe Blechinger auch 2010 zum Norddeutschen Motorcrossmeister. Jetzt, mit sechzig Lebensjahren, in der Klasse 50 Plus. In dieser Klasse fuhr er bis ins Jahr 2012.

Brütende Hitze lag im August über der Rosshöhe bei Westerhausen im Harz. Auf der Cross-Strecke versuchte sich Blechinger  im ersten Lauf vom 6. Platz nach vorne zu kämpfen. In der dritten Runde passierte es dann: Ein Blackout. Er verlor die Kontrolle über sich und seine Maschine, ließ den Lenker los– am Hang! Rund zehn Meter stürzte er mit seinem Motorrad in die Tiefe. Ein Hirn-Schädel-Trauma beendete seine Karriere. Seitdem musste er lernen vom aktiven Motorsport loszulassen, sein Leben umzustellen – zurück auf Normal.

In seiner Motorradsammlung sind keine Maschinen aus seiner aktiven Zeit vorhanden, nur die Kawasaki mit der er den Unfall hatte steht in der Garage. Sie kaum etwas abbekommen. Beim Motorcross Club Helmstedt gibt Uwe Blechinger Erfahrungen und Tipps an jüngere Fahrer weiter. Auch dreht er noch die eine oder andere Trainingsrunde.

Bis heute füllt der Motosport sein Herz aus und gerne würde er zurück ins Rennen. „Diese Zeiten sind vorbei“, sagte er jedoch ohne Wehmut oder Melancholie in der Stimme. Er ist mehr als 34 Jahre gefahren, hatte eine tolle Zeit, auch wenn er damit sehr oft das Leben seiner Familie bestimmt hat. Für sie gab es Abstriche und Einschränkungen, sonst hätte es nicht funktioniert. Ein Rückblick und eine Erkenntnis mit Nachgeschmack. Natürlich weiß er was nach dem Unfall geblieben ist: Pokale, Fotos und Erinnerungen. Und ein Leben. Zusammen mit seiner Familie.
Text & Fotos: Tobias Tantius

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